Die Mythen des Alterns
Shownotes
Webseite Jana Nikitin: https://altern-psy.univie.ac.at/ueber-uns/nikitin-jana/
Neues aus der Alternsforschung: https://altern-psy.univie.ac.at/was-wissen-wir-ueber-das-alter/neues-aus-der-forschung
Artikel und Fotos zur Folge: https://rudolphina.univie.ac.at/podcast-podcast-folge-22-die-mythen-des-alterns
Anmeldung und Infos zum Abschlussevent der Semesterfrage der Uni Wien: https://rudolphina.univie.ac.at/semesterfrage-demokratie-abschlussevent
Signation, Musik, Produktion und Gestaltung: Mario Wasserfaller
Umfrage: Siegrun Herzog
Kontakt zur Redaktion: mailto:podcast.communications@univie.ac.at
Alle bisherigen Folgen von An der Quelle: https://rudolphina.univie.ac.at/podcast-an-der-quelle
Transkript anzeigen
00:00:04: Was ist denn das Schöne am Älterwerden?
00:00:07: Dass man sich die Zeit dann einteilen kann.
00:00:09: Das ist wirklich das, was für mich eben der Schönste ist.
00:00:15: Also ich bin jetzt gerade siebenundsiebzig Jahre alt geworden und ich freue mich jeden Tag, der mir geschenkt wird, dass ich das auch mit meinen Aktivitäten um meine Sachen ausfüllen kann.
00:00:30: Das Schöne am älteren ist, man ist gelassener.
00:00:32: Meine Kinder sind erwachsen und das ist auch schon sehr angenehm.
00:00:36: Nur die Rolle mir als Großmutter beruflich, wie gesagt ... Man ist halt dann schon gelassener und hat doch nicht mehr ... Es muss noch viele Dinge zu erledigen oder noch was Gott was ... Karrieren betritt.
00:00:51: Sehr schön!
00:00:55: Wie genau sich das Altern zeigt?
00:00:57: wie wir diesen Prozess erleben und ab wann wir uns selbst als Alte empfinden, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
00:01:03: Geprägt etwa von Gesundheit, Lebensstil und persönlichen Erfahrungen.
00:01:08: Gleichzeitig wird Alter nicht nur biologisch bestimmt – auch unsere Einstellung dazu beeinflusst maßgeblich, Denkt man negativ über den eigenen Alterungsprozess, beginnt dieses negative Bild im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeiung auf einen selbst zu wirken, sagt Jana Nikitin vom Arbeitsbereich Psychologie des Alterns an der Uni Wien.
00:01:32: Schlussfolgerung ist, man soll eigentlich positiver nicht unrealistisch positive, aber positive Bilder vom Alter altern als Chance.
00:01:40: Als eine Entwicklungsmöglichkeit, Entwicklungspase wie jede andere mit eigenen Herausforderungen und eben auch eigenen Chancen betrachten.
00:01:52: Bevor wir uns dem Thema von der wissenschaftlichen Seite widmen hören wir uns noch ein paar Stimmen von älteren Menschen an die meine Kollegin Sigrun Herzog in Wien eingefangen hat.
00:02:02: An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich fürs Mitmachen bei der Umfrage.
00:02:05: Und zwar bei Dolores, sieben und siebzig Jahre Angela, einundsechzig Michael, sechzig Veronica, achtundachtzig Rüdiger, dreiundsiebzig alle aus Wien sowie Thomas, siebzig aus Kiel und Doris, vierundsechszig aus Augsburg.
00:02:22: Was also ist zunächst einmal das Schöne am Älterwerden?
00:02:27: Also viel schönes gibt es da aus meiner Sicht ehrlich gesagt nicht.
00:02:30: Es wird alles so ein bisschen Schwieriger so, das ganze Leben.
00:02:33: Aber die Enkelkinder natürlich sind eine tolle Sache und darüber freue ich mich sehr.
00:02:39: Ich bin gerade Großvater geworden.
00:02:41: Naja... dass man nicht mehr so involviert ist und trotzdem mehr Zeit hat für die Familie, für die Kinder, für den Enkelkindern.
00:02:50: Man erlebt alles mit ein bisschen mehr Abstand.
00:02:54: Man hat einen anderen Blick auf die Dinge tatsächlich noch hat, weil man ja sieht auch das es endlich ist.
00:03:03: Also für mich ist es wirklich eine ganz besondere Zeit die man mit vielen neuen Empfindungen füllt
00:03:14: tatsächlich.".
00:03:18: Diese Wortmeldungen geben bereits einen guten Eindruck davon worum es in der Psychologie des Alters eigentlich geht.
00:03:24: Jana Nikidin ist seit Jahrzehnten Professorin für diese Wissenschaftsdisziplin an der Uni Wien.
00:03:30: Sie beschäftigt sich unter anderem mit sozialen Beziehungen bis ins hohe Alter, mit Altersbildern und Stereotypen in der Gesellschaft sowie mit der Frage welche Rolle Motivation bei wichtigen Lebensereignissen spielt.
00:03:42: Bei einem Besuch im ihrem Büro hat sie mir erzählt ab wann Menschen sich tatsächlich alt fühlen wie jüngere und ältere Menschen mit einschneidenden Lebensereignissen umgehen und welches sieben verbreiteten Mythen es über das Alter gibt.
00:03:56: Im Laufe der Folge beantworten unsere Umfragetellnehmer ihnen außerdem noch zwei weitere Fragen.
00:04:02: Was ist am Alter werden schwierig und welche Ratschläge würden sie jüngeren Menschen für ein gutes Leben mitgeben?
00:04:09: Dranbleiben lohnt sich also, es ist garantiert für alle Altersgruppen etwas dabei!
00:04:14: Mein Name ist Mario Wasserfaller und ich begrüße euch herzlich bei einer neuen Folge von An der Quelle
00:04:33: Der Podcast von Rodolfina, dem Wissenschaftsmagazin der Uni Wien.
00:04:44: Danke fürs Zeitnehmen und fürs Interview.
00:04:46: Nach dem Interview werden wir fast eine Stunde älter sein aber das ist ja auch alles eine Frage der Wahrnehmung.
00:04:53: wie wir noch sehen werden fangen wir bevor wir eintauchen ist immer einmal an mit einer Eingrenzung.
00:04:58: es gibt ja verschiedene wissenschaftliche Disziplinen die sich mit Aspekten des Alterns beschäftigen von der Biologie bis zur Demografie.
00:05:07: Im engeren Sinne ist aber die Gerontologie, die Alterswissenschaft.
00:05:11: Und wo ordnet sich jetzt... Dein Forschungsbereich ein.
00:05:14: Erstens, vielen Dank für das Gespräch!
00:05:17: Ja wie du gesagt hast also mit dem Alten beschäftigen sich sehr viele Disziplinen die Mediziner natürlich Longevity Das ist ja eine Anklebigkeit das ist das große Thema in der Medizin aber auch in der Biologie und dann ja Soziologie-Philosophie.
00:05:31: Also es gibt sehr viele Wissenschaften sie sich damit befassen.
00:05:35: Gerontologie ist der Oberbegriff dafür und Psychologie ist Teil der Gerontologien und Psychologien des Alters.
00:05:42: was sich mit dem Verhalten und der Leben von Menschen im Bezug auf das Alten, also wie verändert sich unser Verhalten?
00:05:51: Wie verändert sich unsere Wahrnehmung oder unser Denken, unser Erleben, das Wohlbefinden wenn wir älter werden.
00:05:59: Was ist denn eine gebräuchliche Definition von Altern aus der wissenschaftlichen Sicht?
00:06:07: Ja, das mag erstaunen.
00:06:08: Aber wir haben keine richtige Definition.
00:06:11: Das kommt wirklich drauf an, was welcher Aspekt vom Alten im Vordergrund steht?
00:06:17: Also klar haben wir das chronologische Alter, das kalendarische Alter und das, was im Pass steht.
00:06:22: also ich bin zweinfünfzig.
00:06:24: Das ist ja, dass man normalerweise sagt, das ist mein Alter.
00:06:28: Und wenn wir dieses Alter nehmen auch da sind wie uns nicht immer so einig wann das altern eigentlich beginnt.
00:06:33: aber wir sagen so zwischen Sechzig und fünfundsechzig wird er dann das Alten beginnen.
00:06:39: Meistens ist es ja auch in vielen Ländern gebunden an das Rentenalter, schon das zeigt oder es gibt nicht nur ein Alter, weil das Rentennalte ist in anderen unterschiedlichen Ländern zu einem unterschiedlichen kalendarischen Alter.
00:06:54: aber das wäre so der Beginn des Alters, wenn man das chronologisch misst.
00:06:59: Aber wir haben ja auch das biologische Alten zum Beispiel.
00:07:02: also wie alt sind meine Organe?
00:07:05: Die können ja älter sein als die von den Gleichaltrigen oder auch Jünger sein und die können ja auch unterschiedlich alt sein.
00:07:11: Und dann haben wir soziale Rollen.
00:07:12: das heißt sie haben das soziale Alter.
00:07:14: Das wäre zum Beispiel so was wie Pensionierung würde dann der Beginn des alters sein.
00:07:18: Und dann haben wir noch das subjektive Alter.
00:07:20: Das heißt, wie alt wir uns selber fühlen und auch da.
00:07:23: Das unterscheidet sich nicht nur zwischen Personen aber es unterscheide sich auch vom Tag zu Tag.
00:07:29: Und das alte ist nicht eine Dimension.
00:07:33: Wir haben verschiedene Lebensbereiche und wir fühlen uns auch unterschiedlich alt in unterschiedlichen Bereichen.
00:07:39: also ich kann mich zum Beispiel was mein Aussehen betrifft vielleicht wie ein Fünfzigjährige fühlen Aber was meine Persönlichkeit betriffe Vielleicht wie eine dreißigjährige oder in ein siebzigjähriger.
00:07:50: Also du siehst, das ist gar nicht so einfach zu sagen wann beginnt das Alter?
00:07:54: Im Engeren ziehen jetzt bei der Psychologie des Alterns... Worum geht es denn dabei?
00:07:58: Was ist denn das zentrale Anliegen?
00:08:01: Das zentraler Anliege wäre, zu erklären was sich mit dem Alter verändert im Verhalten und im Erleben warum sich das verändert und wie können wir das positiv beeinflussen?
00:08:15: Das heißt zum Beispiel, wie verändert sich unsere Persönlichkeit?
00:08:19: Werden wir Neurotische, wenn wir älter werden oder werden wir gewissenhafter und weniger extrovertiert.
00:08:26: Da kommen sicher schon sehr viele Bilder.
00:08:29: Aha ja ich kenne den alten Mann der so grandik ist und eben neurotisch.
00:08:35: Also verändert es wirklich, so wie wir das erwarten oder verändert es vielleicht anders?
00:08:40: Wir wissen, es verändert sich anders.
00:08:41: Also wir reifen eigentlich, wenn wir älter werden und unsere Persönlichkeit reifert.
00:08:45: Das heißt, wir sind weniger neurotisch also wir sind emotional stabiler.
00:08:50: Wir sind zwar auch wenige extrovertiert dafür sind wir gewissenhafter.
00:08:56: die Gewissenhaftigkeit nimmt dann ja gegen so ab fünfundsechzig wieder ab weil dann müssen wir ja auch nicht mehr wirklich gewissenhaft sein, ohne Arbeit und Familie ist er dann erledigt.
00:09:08: Das wäre das Deskriptive, also Beschreibende wie sich etwas verändert?
00:09:13: Und dann wollen wir natürlich auch Erklärung warum sich das verändert.
00:09:17: Also bei der Persönlichkeit wäre das mit bestimmten Rollen... werden wir reifer.
00:09:22: Wenn wir Kinder bekommen, wenn wir eine Arbeit beginnen dann wird die Persönlichkeit reifer.
00:09:28: also was kann diese Veränderungen erklären?
00:09:31: und dann das dritte eben können wir diese veränderungen auch positiv beeinflussen bei Menschen bei denen es vielleicht nicht so optimal verläuft?
00:09:39: Was kann man da machen?
00:09:41: In der Gesellschaft gibt's ja ein Nicht-so-positives Bild vom Alter.
00:09:47: Welche gesellschaftlichen Entwicklungen prägen denn unser Bild vom Alter und von alten Menschen.
00:09:53: Also du sagst es, wir haben nicht ein sehr positives Bild vom Alte.
00:09:58: Wobei wir so wie zwei Extreme haben.
00:10:00: Wir haben den Golden Age-Arts oder die, die viel reisen und wir Geld haben und sehr aktiv sind.
00:10:08: aber dann haben wir das... Bild des gebrechlichen alten Menschen.
00:10:11: Und das ist eigentlich das, was dann dominiert.
00:10:14: Dieses Mit dem Alter werden wir einsamer mit dem Alter wird mich kognitiv abbauen.
00:10:19: Mit dem alter werden mir nicht mehr gebraucht werden und dieses Bild entwickelt sich gesellschaftlich eigentlich immer zum Negativeren.
00:10:30: Also es ist nicht so, dass obwohl wir immer länger und immer länger gesünder altern und älter werden verendet sich dieses Bild nicht zum Positiven sondern tendenziell sogar eher zum negativen.
00:10:43: Warum das so ist gibt's nicht eine klare Erklärung.
00:10:47: Es gibt mehrere Faktoren.
00:10:49: einerseits weil wir in unserer Gesellschaft halt sehr viel Wert auf Produktivität legen Was dann heißt, dass wenn man älter wird und weniger produktiv ist.
00:10:59: Dass man dann weniger wert ist ganz böse gesagt Wir haben.
00:11:03: wir legen aber auch einen großen Wert auf Jugendlichkeit also das jugendliche aus in junge Aussehen.
00:11:09: dieses dynamische Ja einfach auch das Äußere spielt eine große Rolle.
00:11:15: das verändert sich natürlich mit dem Alter.
00:11:17: es sind alle Sachen die eher negativ einspielen plus Das alte erinnert uns an Also, alte Menschen sind quasi die Träger des neuen Todes.
00:11:31: Und davor haben wir Angst und das vermeiden wir auch.
00:11:35: Wenn wir etwas vermeiden ... dann vermeiden wir auch den Kontakt zu diesen Personen.
00:11:41: Wir haben sehr wenig intergenerationale Kontakte außerhalb der Familie.
00:11:45: Wenn ich meine Studierende frage, am Anfang des Semesters wie viele Freunde und Freundinnen haben sie?
00:11:51: Die älte sind als sechzig fünf von sechzig oder wie viel von den Studierenden überhaupt jemanden haben als Freund oder Freundin der älter ist Dann sagen vielleicht zwei drei vier fünf von zweihundert dass sie einen Elternfreund oder Freundin haben.
00:12:05: Aber ich schätze, das dürfte sich ja auch relativ stark verändert haben im Laufe der letzten, sagen wir mal, fünfzig bis hundert Jahre?
00:12:12: Ja also, dass wir diese geografische Trennung von den Altesgruppen haben... Das hat sich tatsächlich durch die Individualisierung, durch Verkleinerung der Familie, hat sich natürlich verstärkt.
00:12:24: Ja, es ist doch geben, dass da wirklich mehrere Generationen unter einem Dach gelebt haben und dann war dieser Umgang auch natürlicher.
00:12:30: Der
00:12:30: war natürlicher!
00:12:31: Also innerhalb der Familie Auch heutzutage noch relativ viel Umgang zwischen Generationen.
00:12:37: Aber das ist eher so auf dem Dorfebene, oder der Größe.
00:12:41: Da fehlt uns der Umgang.
00:12:43: Gibt
00:12:43: es auch kulturelle und länderspezifische Unterschiede?
00:12:47: Es gibt kulturellen Unterschiede.
00:12:50: Das klassische sagt man kollektivistischer Kulturen sowie die ostasiatischen Kulturen zum Beispiel der Globaler Süden.
00:12:56: Das wären ja die Kulturenen wo das Alter ... noch stärker integriert ist, wobei auch dort sehen wir das Bild vom Alter und die demografische Zusammenstellung sehr stark verändert.
00:13:10: Eben auch in Richtung kleinen Familien.
00:13:14: Wir wissen
00:13:14: z.B.,
00:13:15: in China sind mittlerweile ältere Menschen nicht mehr so positiv gesehen wie es früher der Fall
00:13:23: war.".
00:13:29: Was ist vielleicht schwierig beim Älterwerden?
00:13:32: Natürlich die Gesundheit!
00:13:33: Es ist natürlich etwas anderes, als ich dreißig Jahre alt war.
00:13:38: Jetzt bin ich über sechzig, das ist klar!
00:13:39: Der Körper alles lässt nach die Sehfähigkeit und die Energie.
00:13:45: Das finde ich schwierig beim Älterwerden.
00:13:49: Dass ich manchmal entsetzt bin, dass ich mich übersachen ärge, die ich einfach leichter nehmen sollte weil ich eben schon so erfahren will... Also es ist gleich halt.
00:14:00: Dass das ärgert
00:14:01: mich schon sehr.
00:14:04: Ja, gesünder wird man nicht im Alter.
00:14:06: Das ist einfach ... das muss man mal sehen.
00:14:10: Die sportlichen Aktivitäten fallen schwerer.
00:14:13: Man macht es aber weil man irgendwie vernünftig ist.
00:14:15: Aber es fehlt am Schwerer, das ist so.
00:14:19: Na zurzeit könnt ihr euch nix sagen was für mich schwieriger ist.
00:14:25: Gibt's irgendwas schwieriger wie dem Alter?
00:14:29: Eigentlich nur die sich langsam einstellenden Leiden da oder dort Insuffizienzen, so weit der Altersbedingte.
00:14:38: Aber sonst eigentlich haben wir ein bisschen mehr Einblick, dass die alten Leute isolierter und einsamer werden.
00:14:48: Weil das ist schwierig für die Familie, die Kontakte aufrecht zu halten.
00:14:52: Und die alten Leuten sind nicht mehr so mobil wieder körperlich noch geistig, dass sie da sich mit sich was anfangen können.
00:15:01: Wenn man längere Zeit alleine in der Wohnung sitzt, ist das sicher nicht lustig!
00:15:06: Ja, das laufen.
00:15:09: Das laufen wird nicht schwierig, aber man wird langsamer.
00:15:12: Ich gehe jeden Tag in der Früh laufen.
00:15:14: Immer am fünf Uhr, ich hab seinen Rhythmus, ja?
00:15:17: Fünfzehn, sechzehn Kilometer, das geht noch gut, aber dann braucht er dafür länger.
00:15:23: Aber man kann sich gut erholen, man kann nachdenken und sich relaxen ... Es ist alles etwas gemütlicher, sagen wir so!
00:15:34: Im Moment Ist es zum Glück noch nicht schwierig?
00:15:38: Wahrscheinlich ist es halt der Gedanke, dass das endlich ist.
00:15:42: Man weiß nicht diese Zeitspanne die man jetzt, die einem bleibt und man kommt weniger zurecht mit dieser Technik, mit diesem digitalen Fahrkarten kaufen ganz einfach oder neuen Fernseher einstellen.
00:15:58: aber ansonsten sehe ich jetzt diese Schwierigkeiten nur net wobei ich's immer so gemacht habe Man schaut, was passiert und reagiert da drauf.
00:16:08: Darum machen wir jetzt auch gar nicht so viele Gedanken, was mache ich wenn ich noch mal laufen könnte?
00:16:13: Wenn dies oder jenes eintritt.
00:16:16: Danke schön!
00:16:22: Und welche Vorstellungen oder Einstellungen zum Alter sind besonders problematisch jetzt gesellschaftlich gesehen?
00:16:29: Wir haben die gesellschaftlichen Konsequenzen von diesen Bildern und die individuellen Konsequenten.
00:16:34: Die gesellschaftliche Konseqenzen sind dass wir ältere Personen diskriminieren.
00:16:39: Es ist jetzt nicht so, dass man nur ältere Personen diskriminiert.
00:16:42: Auch junge Personen werden diskriminieren.
00:16:45: Aber älteren Personen werden eben auch diskriminierter zum Beispiel beim Zugang zu berufen oder wenn sie eine Hypothek nehmen wollen, bestimmte Versicherungen aber auch zum Beispiel bei einem Zugang zur bestimmten medizinischen Behandlung.
00:17:04: In Anführungszeiten lohnt sich nicht mehr im Humpf.
00:17:06: Alte
00:17:07: z.B.,
00:17:07: die Depression zu behandeln, das ist das eine.
00:17:11: und das zweite ist so negative Stimmung gehört ja zum Alter.
00:17:16: Das ist ja nicht Depressionen.
00:17:18: aber wir wissen, negative Stimmungen gehören nicht zum Alter.
00:17:23: wenn jemand über längere Zeit tatsächlich niedergeschlagen ist und wenig motiviert In jedem Alter kann das ein Anzeichen von Depression sein und sollte auch behandelt werden.
00:17:38: Das ist die gesellschaftliche Perspektive, also dieses problematisches Verhalten auf dem Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen vor allem natürlich in sozialen Kontakten.
00:17:48: älter der Menschen werden gemiener soziale Partner viel stärker als jüngere Personen weil sie nicht mehr so interessant sind zum Beispiel.
00:17:56: Und dann haben wir aber die individuellen Konsequenzen und die betreffen uns irgendwann alle.
00:18:01: Wir werden irgendwann, wenn wir Glück haben, älter?
00:18:04: Und all diese altes Bilder, die negativen, die wir einverleibt haben, die we internalisiert haben, beginnen auf uns selbst zu wirken!
00:18:15: weil ich habe ja das negative Bild vom Alter und jetzt nähere ich mich dem Alte.
00:18:20: Und dieses negative Bild beginnt im Sinne der selbst erfüllenden Prophezeiung auf mich selbst zu werken,
00:18:27: d.h.,
00:18:27: ich nähere mich diesem Bild, dass ich vom Alter hab' und wenn das ein negatives Bild dann näher ich mich mit dem negativen Bild.
00:18:34: Wenn das ein positives Bild dann ähre ich mich eher den positiven Bild.
00:18:39: Schlussfolgerung ist, man soll eigentlich positiver nicht unrealistisch positive, aber positive Bilder vom Alter.
00:18:46: Alten als Chance, eine Entwicklungsmöglichkeit, Entwicklungsphase wie jede andere mit eigenen Herausforderungen und eben auch eigenen Chancen
00:18:55: betrachten.
00:18:56: Ich finde das ein total spannender Punkt, weil es hat ja mit dem zu tun wo du eigentlich herkommst in der Psychologie.
00:19:01: Nämlich mit der Motivationspsychologie und den Fachbegriffen habe ich zum ersten Mal gehört Annäherungs- und Vermeidungsmotivation.
00:19:08: Es hat mit der inneren Haltung eben zu tun.
00:19:10: vielleicht kannst du es noch ein bisschen näher erklären.
00:19:12: was ist damit auf sich?
00:19:14: Sehr gerne!
00:19:14: Also wir haben uns nicht im Bezug auf die Altersbilder untersucht.
00:19:19: Ich untersuche Anäherungvermeidungs motivation Viersteige im sozialen Bereich.
00:19:23: Im sozialen Bereich, wenn wir mit anderen Menschen umgehen dann sind wir eigentlich wie durch zwei Kräfte getrieben.
00:19:31: Wir wollen Positives aber wir wollen auch das negative vermeiden.
00:19:36: also ich will geliebt werden.
00:19:37: Ich werde eine schöne Interaktion mit jemandem in einer schönen Begegnung haben.
00:19:42: Ich will akzeptiert werden dass wir so das positive Aber ich werde natürlich auch nicht verletzt werden.
00:19:47: Ich werde nicht verlassen werden und ich werde nicht abgelehnt werden.
00:19:52: Das sind so die zwei treibende Kräfte.
00:19:54: Und jetzt ist die Frage, wie sind sie bei uns angesiedelt?
00:19:58: Also welche Kraft ist stärker?
00:20:00: Es ist eigentlich immer beide bei uns wirken, die eine mal ein bisschen stärker und die andere mal weniger stark.
00:20:07: Was wir aus den Studien an Jungen erwachsen wissen, dass je mehr von diesen positiven Motivationen von der Anerungsmotivation wir haben, desto mehr erreichen wir auch das Positive.
00:20:18: Ähnlich wie bei den Altersbilden.
00:20:20: Ich sehe dann eher das Positive, ich nehme eher das positive wahr und ich verhalte mich auch entsprechend positiver.
00:20:27: Das heißt, ich habe die schönen sozialen Kontakte, ich hab ja die netten Begegnungen.
00:20:32: Wenn ich aber das negative erwarte, dann achte ich auf alle Anzeichen von Ablehnung, von Konflikt.
00:20:40: Aber in dem Moment, wo ich darauf achte, seh ich sie auch und wenn ich sie sehe, reagiere ich auch entsprechend Adeptiv wie wir dann auch darauf reagieren.
00:20:51: Das heißt, auch im Sinne der selbsterfindenden Prophezeiung erlebe ich auch eher eine Aplenung oder einen Konflikt weil ich so sehr darauf sensibilisiert bin.
00:21:00: Aber das ist ja auch ein universelles Prinzip.
00:21:03: deswegen finde ich es ja auch so interessant dass kann man auf alle Lebensbereiche anwenden?
00:21:08: Exakt!
00:21:08: Wir haben uns in sozialen Bereichen untersucht aber das kann man wirklich auf alle lebensbereiche erweitern oder anwänden.
00:21:16: Was wir aber dann gefunden haben, dass es sind alles Studienmitwungen erwachsen die das untersucht haben.
00:21:23: Wir haben uns immer gefragt ja wie ist das erhänglich im Hörnerwachsenalter?
00:21:27: Ist das immer noch so die Vermeidungsmotivation maladaptiv und die Anerungsmotivertion toll?
00:21:33: Und dann haben wir das untersucht.
00:21:35: Wir haben das untersuchte auch in unterschiedlichen Beziehungen, also in den engen Beziehung und in den eher oberflächlichen Beziehungen.
00:21:42: Was wir gefunden haben, dass irgendwann dieser Vermeidung nicht mehr so negativ wird.
00:21:48: Also ältere Personen vor allem wenn sich um ober- flächliche Beziehungshandel leiden gar nicht mehr darunter, diese ganzen negativen Aspekte, sondern es scheint ihnen sogar zum Teil zuzüglich zu sein.
00:22:03: Also für sie positiv zu sein.
00:22:06: und der Grund ist vermutlich dass mit dem Alter wir physiologische Erregung schlechter deregulieren können.
00:22:16: also wenn wir hoch physiologisch erregt sind egal ob jetzt positiv oder negativ brauchen ihr länger um wieder uns zu beruhigen älter der Menschen wissensintuitiv und deshalb sind sie ja eher darauf bedacht, alles was in diese physiologische Erregung bewirken könnte zu vermeiden.
00:22:37: Und das scheint eben dann adaptiver zu sein.
00:22:41: im jungen erwachsen alte müssen wir negative Erfahrungen machen.
00:22:44: Wir lernen an negativen Erfahrungen.
00:22:46: wie können Sie gar nicht vermeiden?
00:22:48: Im höheren erwachsenalte ist es offensichtlich so dass das dann begehend auch Ja, nicht mehr so negativ zu sein.
00:22:55: Aber es ist dann mit höherem Alter auch dendenziell schwierig aus diesen Denkmustern wieder auszubrechen.
00:23:00: oder kann man sich das durchaus noch antrainieren?
00:23:03: Das ist eine gute Frage!
00:23:04: Mit dem Alter verfestigt sich die Persönlichkeit.
00:23:08: Wir haben tatsächlich längschnittliche Studien, die zeigen dass Persönlichkeit ab einem gewissen Alter stabiler wird.
00:23:16: aber dieses Alter ist um fünf und zwanzig herum.
00:23:19: Es ist nicht mit siebzig oder mit sechzig, sondern schon im relativ jungen Erwachsenalter.
00:23:24: Entwickeln wir in eine relative Stabilität und eben ich sage relative Stability der Persönlichkeit weil was wie auch sehen ist dass sich persönlich kälzmerkmaler wie zum Beispiel extraversion innerhalb einer Person von einem Zeitpunkt zum nächsten stärker unterscheiden als zwischen zwei Personen.
00:23:44: das heißt Ich bin mir unähnlicher im Moment eins, zum Moment zwei als ich einer anderen Person unähnlich bin.
00:23:54: Es gibt viel mehr Varianz in unserer Persönlichkeit innerhalb unserer Personen als zwischen den Personen.
00:24:00: Deshalb die Antwort auf deine Frage.
00:24:03: natürlich können wir auch das etwas machen.
00:24:05: es gibt ja auch relativ viele Forschung die zeigt dass man Persönlichkeit wenn man will tatsächlich verändern kann.
00:24:12: Man muss aber halt die Gewohnheiten ändern.
00:24:15: da liegt eigentlich Der Hund begraben.
00:24:26: Zu Beginn schon haben wir gesagt, ab wann circa alt dann auch im Kopf beginnt?
00:24:30: Da hast du relativ genau sogar einen Zeitraum eingeschränkt.
00:24:34: aber man denkt, jetzt werde ich wirklich alt.
00:24:37: also welche Faktoren spielen denn da hinein?
00:24:39: Also Menschen fühlen sich nie alt.
00:24:43: Das ist der Befund.
00:24:45: Wir füllen uns immer jünger als wir chronologisch tatsächlich sind und ihr älter.
00:24:50: wir werden das der Größe Unterschied zwischen dem sogenannten gefühlten oder subjektiven Alter und dem chronologischen Alter.
00:24:59: Und es liegt an zwei Dingen, eben einerseits an diesem negativen Bild das wir vom Alter haben.
00:25:04: Wir wollen nicht alt sein Deshalb müssen wie uns Jünger fühlen weil Das alter ist ja so negativ besetzt.
00:25:11: natürlich hängt Es auch damit zusammen dass wir eben heutzutage gesünder Altern als Unsere Eltern und unsere Großeltern.
00:25:18: nehmen wir uns mit denen vergleichen.
00:25:21: Das ist ja diese Klassiker, die die heutigen Siebziger sind wie die Fünfzigjährige vor fünfzig Jahren.
00:25:27: Wenn sie uns mit ihnen vergleiche, fühlen wir uns natürlich auch jünger.
00:25:31: Vielleicht dazu noch?
00:25:32: Also der stärkste Faktor ist körperliche Gesundheit.
00:25:35: tatsächlich nicht sehr überraschend.
00:25:38: also Menschen, die körperlich gesund sind, fühlten sich auch ... jünger als ihr chronologisches Alter sind.
00:25:45: und auch an Tagen, an denen wir körperlich uns gesünder fühlen.
00:25:49: Fühlen wir uns auch jüngern.
00:25:50: aber es hängt auch zum Beispiel mit guten sozialen Beziehungen zusammen.
00:25:54: also Menschen mit guten socialen Beziehungen fühlen sich Jüngere wie zb.
00:25:57: in unseren Studien finden Menschen wenn sie in der Natur sind fühlen Sie jünge als wenn sie der Stadt sind.
00:26:03: Ja das glaube ich gerne.
00:26:04: Du fährst ja auch ein Lebensereignissen und Übergängen Und auch die Perspektive auf die Zeit ändert sich ja irgendwann.
00:26:14: Also, die Lebensübergänge – das ist eine große Studie, die wir durchgeführt haben, wo wir über sechstausend Personen befragt haben zu ganz unterschiedlichen sogenannten signifikanten Lebensereignissen.
00:26:28: Das war ne Liste von zwanzig Lebenserreignissen so alles was ein Leben passieren kann!
00:26:32: Von einem Umzug, Heirats, Trennung... Tod des Partners oder in der Familie, aber auch Geburt eines Kindes.
00:26:41: Also alles so größere Sachen, die im Leben passieren können.
00:26:45: und wir haben Personen unterschiedlichen Alters befragt, die in den letzten zwei Jahren diese Lebenserreignisse erlebt haben.
00:26:54: Und die große Frage war gehen jüngere und ältere Menschen anders mit diesen Lebensereignissen um?
00:27:01: Ist es anders wenn ich als wenn ich mit vierzig heirate oder mit siebzig heiraten.
00:27:09: Und wir haben erstaunlicherweise gefunden, dass Lebenserreignisse ganz ähnlich erlebt werden in allen Alterskategorien, das aber ältere Personen ein bisschen besser mit so eher belastenderen Lebenserregnissen wie Verlust des Parlers umgehen weil es einerseits normativer wird Wenn wir beim Verlust des Partners, der Partner den bleiben.
00:27:35: Das passiert ja dann auch anderen Menschen in meinem Alter.
00:27:39: Ich bin hier in einer Gruppe die ähnliches erlebt.
00:27:43: Das hilft mir damit besser umzugehen.
00:27:45: Es ist natürlich nicht normativ wenn der Partner mit zwei vierzig stirbt aber auch und das hängt mit deiner zweiten Frage zusammen.
00:27:55: Eltern und Menschen sind besser in der Emotionsregulation Sie sind besser darin mit so belastenden Ereignissen umzugehen.
00:28:03: Und das hängt eben stark damit zusammen, wie viel Lebenszeit Ihnen noch bleibt.
00:28:08: Also wir wissen, je älter wir werden, desto weniger Lebenszeit wir haben.
00:28:14: im jungen Erwachsenalter erscheint uns das Leben quasi unendlich.
00:28:18: Wir wissen ja auch theoretisch dass das Leben irgendwann endet.
00:28:21: aber Das ist soweit weg!
00:28:23: Das beschäftigt mich im Alltag gar nicht.
00:28:25: und je ältere ich meine desto näher kommt das lebensende mehr wird das ja auch bewusst.
00:28:33: Also es gibt einen ganz schönen Spruch eines Schriftstellers, dessen Namen ich leider vergessen habe.
00:28:40: Der heißt wir alle haben zwei Leben.
00:28:43: Das zweite beginnt wenn uns bewusst wird dass wir nur eins haben.
00:28:47: und das ist genau dieser Zeitpunkt wo uns bewusst werden Wir sind störblich Und das macht etwas mit uns!
00:28:54: Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen Und das tun wir auch.
00:28:58: Also, wir wissen, älterne Menschen sind die Gruppe mit den tiefsten Todesängsten.
00:29:05: Die höchste Todesangst haben wir mittleren manchmal auch im jungen Erwachsenalter.
00:29:10: aber Todesange ist definitiv tiefer im höheren Erwachenalter wo wir eigentlich dem Tod viel näher sind oder aus dem jungen Ort ermitteln erwachsen alter und es macht mit uns auch etwas motivational nämlich wie wollen die verbleibende Zeit positiv erleben?
00:29:27: positiv nutzen?
00:29:28: und das macht älterer Menschen zu besseren Emotionsregulatorinnen.
00:29:33: Und es kann buchstäblich irgendwann auch einmal so richtig kippen, genau dieser Perspektivwechsel.
00:29:38: oder gibt's da auch eine Phase wo das besonders häufig passiert?
00:29:42: Ja es gibt gar nicht so viele Studien dazu.
00:29:46: aber man sagt eben so im mittleren Erwachsenalter also wenn die ersten Erscheinungen des Altens kommen, wie du vorher gesagt hast.
00:29:54: Wenn die Kompensation des Körpers nicht mehr so funktioniert als in den ersten Jahrzehnten.
00:30:00: Da wird es uns das erste Mal bewusst auch wenn unsere Eltern sterben da wird uns auch bewusst dass wir auch irgendwann sterben dass wir quasi die Nächsten sind wie dann sterben.
00:30:11: und Die beiden Faktoren die tragen eigentlich ja als Hauptfaktoren dazu bei dass uns das bewusst wird.
00:30:17: Es gibt auch Studien, die zeigen, dass Menschen zu einem Lebensende also wo sie befragt werden über ihr Leben und zurückschauen, dass sie da weniger konkrete Fehler bereuen oder so etwas sondern eher das was sie nicht gewagt haben.
00:30:33: oder anders gesagt ist das größte Risiko im Leben am Ende nicht das scheitern sondern das nicht ausprobieren könnte man philosophisch fragen.
00:30:41: Das ist tatsächlich eine Frage der Zeit, weil kurzfristig bereuen wir mehr was wir getan haben und es nicht so geklappt hat.
00:30:49: Also das negative was wir erlebt haben also dass wir gemacht haben obwohl wir das eigentlich nicht hätten machen wollen oder sollen.
00:30:57: langfristig ist es genauso.
00:30:58: wie du sagst bereuern wir die Sachen die wir nicht gemacht haben also das was sie eben verpasst haben und wo die zeit jetzt fehlt es noch nachzuholen.
00:31:07: ausfällen können wir lernen Aber auch Sachen, die wir nicht gemacht haben ... Das wissen wir nicht.
00:31:13: Wir haben sie eben nicht gemacht!
00:31:14: Daraus können wir ja nichts ziehen.
00:31:16: und am Ende des Lebens das ist auch Eric Ericksen, der so eine bekannte Psychoanalytiker hat gesagt Die Entwicklungsaufgabe Am Ende des lebens ist eben genau dieses Narrativ zu finden für das eigene Leben wo ich integrieren kann alles was mir passiert ist dass positive das negative in einer Korrekte Geschichte mit der Ich dass ich nicht mit dem Leben hartere, sondern sagen kann, ja es war nicht nur alles toll und positiv was ich erlebt habe.
00:31:48: Aber ich kann daraus etwas machen in Sinne einer Lebensgeschichte.
00:31:52: Es muss Sinn ergeben und das muss mir gelingen am Ende des Lebens.
00:31:57: Nicht jeden gelingt das aber den Menschen die denen es gelingt sterben auch zufriedene.
00:32:04: Aber das sind wir schon bei Sachen, die man durchaus auch mitnehmen kann.
00:32:08: Ein Ratschläge und Weisheiten was ältere Menschen betrifft weil du ja gesagt hast es ist ja nicht alles negativ sondern man kann das ja auch als Bereicherung sehen als Weisheit die man noch weitergeben kann.
00:32:21: Haben sie vielleicht Ratsschläge für die jungen Leute von heute?
00:32:25: Für ein gutes Leben?
00:32:26: Was würden Sie ihnen mit geben wollen?
00:32:28: Ja Lebenswünsche soll man nach Möglichkeit die Anstreben und auch erfüllen.
00:32:33: Und nicht warten auf irgendwann einmal, also schon das was rechnen sie ist natürlich auch möglichst zeitnah umzusetzen.
00:32:41: Nicht aufs Warten.
00:32:42: Das mache ich mal irgendwann.
00:32:44: Das kann sein dass dann zu spät ist.
00:32:47: Für die junge Leute... Ich glaube die sind jetzt schon auf dem richtigen Weg in dem Sinne, dass sie nicht unbedingt gewissen Mama und Geld nachlaufen, sondern dass sie sich eher die Zeit nehmen.
00:33:05: Und eigene Gefühle und das was für Sie wichtig ist auch Ausleben.
00:33:11: Ich würde jedem sagen, lebt das Leben so wie ihr es tatsächlich gerne leben wollt und fühlt es mit Sinn.
00:33:20: Für meine Begriffe ist ein Kinder der größte Sinn im Leben.
00:33:25: Das setzt sich dann fort mit den Enkelkindern.
00:33:29: Ja, was wirklich Schönes an dem man sich
00:33:31: hochziehen kann.
00:33:33: Ja liebevoll mit allen umgehen und sie um die Familie kümmern.
00:33:38: es ist wirklich ganz wichtig dass man ja auf seine Familie schaut.
00:33:44: das kommt dann zurück hat man schöne Erinnerungen.
00:33:49: für die Jungen ist es gut für ihn selber ist es Gut Liebevolle Beziehung aufrecht halten so viel es geht Vollzeitig beginnen mit Bewegung, Bewegung ,Bewegung Das ist das Um- und Auf für die Gesundheit und dann vielleicht auf den Atem schauen, Atemtherapie.
00:34:11: Man kann sich so viel Energie ersparen mit Atemtechniken.
00:34:16: Und im Beruf kann ich gute Tipps geben weil ich für die betriebliche Gesundheitsförderung immer zuständig war.
00:34:26: also nicht hetzen lassen ja ruhig bei Warn überlegt handeln.
00:34:34: Ein Spruch gefällt mir gut, man sieht nur mit dem Herzen gut aber ansonsten muss glaube ich wirklich jeder herausfinden was für ihn gut ist.
00:34:43: Aber man soll an sich glauben und aufsich hören.
00:34:49: Na, habe ich keine Ahnung.
00:34:51: Ja, Zeit vergeilet in der Jugend durch Blödheiten oder so.
00:34:58: Das holt mein Alter wieder auf!
00:35:02: Einen Punkt wollte ich noch kurz ansprechen, nämlich Männer und Frauen altern ja körperlich an das und psychologisch an das.
00:35:09: Welche Unterschiede gibt es denn da?
00:35:10: Das ist eine große Frage!
00:35:13: Also wir haben einerseits von der so so einen Sonntag den Begriff des Double Standard of Agings,
00:35:19: d.h.,
00:35:20: dass Männer reifer werden und Frauen verwelken.
00:35:26: Das ist ja das ganz, ganz böse Städotyp.
00:35:29: Wir wissen aber aus der Forschung dass das nicht so ist.
00:35:33: Wir wissen zum Beispiel, dass das Wohlbefinden im höheren Erwachsenalter nicht tiefer ist bei Frauen als bei Männern.
00:35:40: Wenn wir Unterschiede sehen, dass es eher so, dass Frauen dadurch, dass sie größere sozialer Netzwerke außerharter Arbeit haben auch zum Beispiel den Übergang in die Rente besser erleben als Männer weil sie eben von diesen großen sozialen Netzwerken, die Sie dann weiter tragen profitieren können.
00:35:58: Die Geschlechte nähern sich an.
00:36:01: Das heißt, je älter wir werden, desto weniger werden Männer maskulieren und Frauen feminin.
00:36:07: Also wir werden alle Androgyne nennen wir das.
00:36:10: Also Männer werden ein bisschen weicher und Frauen ein bisschen selbstbewusster.
00:36:15: Und das führt ja dazu, dass wir weniger Unterschiede haben im Hirn erwachsenen Alter.
00:36:21: Aber generell ... Klar, Frauen leben länger und haben aber wieder mehr Krankheiten als Männer.
00:36:28: Da gibt es ja biologische Unterschiede auf jeden Fall.
00:36:31: Die Menopause ist natürlich auch ein großer Unterschied, weil es bei Frauen wirklich ein relativ eng begrenzter Zeitraum ist, wo sich der ganze Hormonalhaushalt verändert.
00:36:41: Bei Männern geht's viel langsamer und kontinuierlicher.
00:36:45: Aber was das Wohlbefinden betrifft, auch aus die Persönlichkeit, sehen wir nicht große Unterschiede?
00:36:52: Eine Frage wollte ich noch ansprechen mit der du dich auch beschäftigst, nämlich die sehr aktuelle Klimaveränderung und Altern.
00:36:59: Ja wenn wir sagen wir untersuchen Alten- und Klimaveränderungen dann sagen alle Leute okay das habe ich ja noch nie in Verbindung gebracht.
00:37:09: Deshalb untersuchen wir das, weil es ein bisschen übersehen wird.
00:37:13: Wobei es jetzt mehr Forschung dazu gibt.
00:37:16: und da gibt's drei Aspekte die man sich anschaut.
00:37:19: einerseits sind ältere Menschen von Klimawandel stärker betroffen Weil sie körperlich vulnerabel sind anfälliger sind Und zum Beispiel auch unter Hitzeperioden stärker leiden weil sie weniger stark die Temperatur regulieren können.
00:37:35: Also wie sehen dass Sie Stärke betroffen sind.
00:37:39: Sie sind aber auch resilienter, das ist ja das Zweite.
00:37:43: Vor allem in Ländern und den USA wird es oft untersucht wenn so Klimakatastrophen gibt Überschwemmungen Wenn Menschen umziehen müssen.
00:37:50: klar sind die ältesten Personen stärker betroffen weil sie zum Beispiel ein Jahrzehnt jahr langes zu Hause verlassen müssen.
00:37:58: Andererseits gehen sie damit besser um.
00:38:00: Also sie sind resilienter.
00:38:02: Das ist so der eine Aspekt.
00:38:04: Wie leiden ältere Personen unter Klimawandel?
00:38:07: Der zweite Aspekt ist, älteren Personen sind Schuld am Klimawandel.
00:38:12: und was macht das mit uns?
00:38:14: Ja genau!
00:38:16: Es hören wir auch als Narrativ oder dass es die Generation, die den Klimawander quasi verursacht hat.
00:38:23: Und diese Schuldzuweisung kann sich aber natürlich sehr negativ auswirken Gerade auf das Engagement von älteren Personen im Klimawandel.
00:38:33: Das ist der dritte Aspekt, den wir am meisten untersuchen hier.
00:38:37: Wir schauen uns wie motiviert sind ältere Personen, klimafreundlich zu handeln und sich zu engagieren?
00:38:45: Und was fördert diese Motivation?
00:38:47: Ein ganz wichtiger Aspekt ist die Generativität.
00:38:51: Die Generativitet ist die Sorge um das Wohl ... der nächsten Generationen.
00:38:59: Motivator, der im höheren Erwachsenalter besonders stark ausgeprägt ist.
00:39:03: Hat auch Mitendlichkeit des Lebens wieder zu tun.
00:39:06: was bleibt noch von mir wenn ich gehe?
00:39:09: und deshalb sind ältere Personen schon im mittleren Erwachsenaalter stärker motiviert eben etwas an die Generationen weiterzugeben und das motiviert sie sich auch für das Klima zu engagieren.
00:39:20: auf der anderen Seite sind sie konservative und dass motiviert Sie wieder weniger.
00:39:24: also es ist so wirklich wie zwei unterschiedliche wirk Mechanismen und offensichtlich motiviert ältere Personen was anderes als jüngeren Personen.
00:39:32: Und ältre Personen sind aber auch bereit etwas zu machen, das ist mir noch wichtig zu sagen.
00:39:45: Diese ganzen Forschungen die ihr da betreibt wäre vielleicht noch interessant zu wissen.
00:39:49: wie kann man sich dann eine typische Studien-Situation vorstellen jetzt auch mit älteren Menschen?
00:39:54: Wir haben sehr viele sogenannte Experience-Emplinkstudien
00:39:58: d.h.,
00:40:00: Die Versuchspersonen laden eine App herunter und werden dann mehrmals pro Tag zu ihrem momentan erleben- und verhalten befragt.
00:40:08: Und dann schauen wir uns verschiedene Altersgruppen, die jungen Erwachsenen, mittelalten und älteren Erwachsene.
00:40:13: Wir fragen sie eben zu den Sachen, die uns gerade interessieren zum Beispiel wie ich vorher angesprochen habe Natur.
00:40:20: also sind Sie gerade in der Natur oder sind Sie nicht in der natur?
00:40:24: Das haben jetzt auch in der letzten Studie Zoom- und Pause befragt.
00:40:29: Frauen, wenn sie in der Natur sind, weniger Menopause-Symptome berichten als nicht.
00:40:34: Das ist die Hauptmethode, die wir haben.
00:40:37: Dann haben wir auch Experimente.
00:40:39: Wir laden ältere Personen ins Labor und manipulieren irgendetwas.
00:40:44: Manipulierenden klingt ein bisschen böse, aber Manipulation heißt zum Beispiel, dass Sie einen Text lesen lassen ... über das Alter.
00:40:53: Also zum Beispiel der Text ist, dass mit dem Alte geht alles ab oder eben mit dem alte wird alles besser und dann schauen wir uns wie sich das auf ältere Menschen auswirkt.
00:41:03: also wir wissen aus diesen sogenannten Stereotype Threat Studien zur Kognition, wenn man Elternpersonen sagt, mit dem Alter wird das Denken schlechter, da sie tatsächlich auch in Leistungstests dann schlechter abschneiden als wenn man ihnen den gleichen Leistungs-Test sagt aber vorher nicht sagt Das hängt aber mit dem Alter zusammen.
00:41:23: Und wir haben das jetzt auch im sozialen Bereich replizieren können,
00:41:27: d.h.,
00:41:28: wir sehen auch wenn man den Leuten sagt ja in dem Alter wird man eben nicht mehr so wertvoll und im Alter geht alles ab dass sie dann auch weniger bereit sind zum Beispiel für eine soziale Interaktion mit einer jüngeren Person.
00:41:40: Es zieht sich durch die Wahrnehmung.
00:41:46: Dich hat es bewogen, das in einem Buch einmal zusammenzufassen.
00:41:49: Das Buch ist noch nicht veröffentlicht wird.
00:41:51: Im Juli erscheinen.
00:41:52: kannst du uns kurz einen Einblick geben welche Mythen du da gerne aufarbeiten möchtest.
00:41:57: Genauer!
00:41:58: Das habe ich mit meiner damaligen Doktorandene Erzpolstok in der Gesundheitspsychologie Christina Ristl zusammengeschrieben.
00:42:05: Wir wurden vom Hochgräfer-Verlag gefragt, ob wir nicht ein Buch zum Altern schreiben wollen.
00:42:10: Dann haben wir uns gedacht es ist eigentlich die Möglichkeit über diese ganzen Altersbilder ein wissenschaftlich basiertes Buch zu schreiben.
00:42:17: Ich meine es gibt so viele Bücher über Altern aber aus der wissenschaftlichen Perspektive und über diese Altersbilde und wie sie auf uns werken gibt's noch relativ wenig zumindest im deutschsprachigen Raum.
00:42:29: Deshalb habe ich einen Buch geschrieben das sich mit sieben Mythen müten also wir nennen die unser Alten beeinflussen, befasst und da gehen wir tatsächlich zuerst darauf wie überhaupt Altesbilder auf uns einwirken.
00:42:45: Was macht es mit uns dass wir dieser Bilder haben?
00:42:48: Und dann was sind die Bilder?
00:42:50: Was sind diese sieben Irrtümer?
00:42:52: Und was ist die Realität?
00:42:53: Was zeigt uns die Wissenschaft zur tatsächlichen Entwicklung?
00:42:56: Ohne zu viel zu verraten und zu spoilern, kannst du uns diese sieben Mythen ganz kurz aufzählen?
00:43:02: Kann ich es dir gerne.
00:43:04: Es heißt das Alter ist in meinem Reisepass.
00:43:08: Wir haben ja nur ein Alter und alle Alten gleich.
00:43:12: Das Zweite ist mit dem Alter werden wir kränker.
00:43:16: Also Alter bedeutet Krankheit.
00:43:19: Dann Alter bedeutet kognitiven Abbau.
00:43:22: Alter bedeutet Einsamkeit Alter bedeutet Grantigkeit, Alter bedeutet nicht mehr Gebrauch zu werden und mit dem Tod endet das Leben.
00:43:32: Ich weiß, mit dem Totende des Lebens ist vielleicht kein Mythos aber natürlich ist der Tod auch eine Chance.
00:43:39: Thema Tod ist ja auch immer eine Frage des technologischen und medizinischen Fortschritts sage ich bewusst.
00:43:47: Und es gibt ja Bestrebungen, die nennen sich dann Transfumanismus und so weiter, wo es darum geht, die biologischen Grenzen zu erweitern – sei das mit Biotechnologie oder KI.
00:43:58: Also wenn es technisch möglich wäre, das Leben stark zu verlängern, sollen wir das überhaupt wollen?
00:44:04: Schwerer Frage!
00:44:05: Sehr schweren Frage!
00:44:07: Ich weiß dass es natürlich auch sehr unterschiedliche Perspektiven auf diese Frage gibt.
00:44:14: Die psychologische Perspektive ist viel stärker, sagen wir es mal eine verhaltene Perspektiven.
00:44:20: Weil auch wenn mir Menschen fragen würden sie zum Beispiel einen Pillai schlucken die sie unsterblich machen würde?
00:44:28: Die allermeisten sagen nein!
00:44:30: Also diese Vorstellung von einer Unsterblichkeit ich finde das so schön in Meran-Kunderas Roman unerträgliche Leichtigkeit des Seins beschrieben.
00:44:42: Diese Vorstellung, dass das Leben unendlich ist heißt... Nichts hat ein Gewicht, weil alles kann sich unendlich wiederholen.
00:44:52: Alles kann ich hundert mal, tausendmal, hunderttausend Mal machen.
00:44:56: Das heißt jede Entscheidung die ich getroffen habe hatte überhaupt kein Gewicht.
00:45:00: Deshalb sage ich das Ende des Lebens gibt dem Leben auch einen Sinn dieser Beschränktheit.
00:45:06: Gibt dem Leben eine Bedeutung oder wir müssen dann auch eine Beteutung suchen.
00:45:13: Die meisten Menschen wünschen sich es ja auch gar nicht.
00:45:15: Das wieder strebt ein bisschen dieser Tendenz eben der ganzen Longevity-Forschung, das Leben immer und immer weiter zu verlängern.
00:45:22: Ich glaube diese Verlängerung des Lebens spielt sehr stark mit der Angst vor dem Tod.
00:45:27: Ich glaub' dass wenn wir die Angst nicht hätten dann brauchen wir ja gar nicht
00:45:46: in der ehemaligen Tschechoslowakei und als junge Erwachsene dann in die Schweiz gezogen.
00:45:52: Nimm uns einmal kurz mit in diese Zeit, also was hatte ich damals zu diesem Schritt bewogen?
00:45:56: Und welche Erinnerungen hast du an dieser Phase deines
00:46:00: Lebens?".
00:46:00: Es war tatsächlich sehr banal!
00:46:02: Ich habe mich verliebt und bin dann in den Schweiz gekommen gleich auch mit neunzehnt das erste Kind bekommen, mit einundzwanzig das zweite.
00:46:09: Das heißt ich bin sehr, sehr früh Mutter geworden und das hat tatsächlich diese Phase sehr stark geprägt weil mit neinzehn das erster Kind zu bekommen in einem Land wo man die Sprache nicht kann, wo man sich einfach nicht verständigen kann ausgerissen, aus dem Kontext und man kommt ja noch sehr stark durch diese kommunistische Geschichte geprägt war zu der Zeit in eine sehr liberale Gesellschaft.
00:46:34: Das war schon ein großer Übergang herrn!
00:46:37: Das war auch noch vor dem Fall des ersten
00:46:39: Punktes
00:46:40: oder kurz
00:46:40: nach dem Fall.
00:46:41: dann?
00:46:41: Ja.
00:46:42: Und dann hast du aber gesagt was ich erstaunlich gefunden habe, Deutsch war einfach zu lernen.
00:46:48: Ich fand Deutsch einfach zu lernen.
00:46:49: Ich fand Englisch in der Schule schwieriger zu lernen, ich glaube Deutsch und Tschechisch haben eine ähnliche grammatikalische Struktur.
00:46:59: Erstaunlich!
00:47:00: Ich höre es immer ganz anders... Dann warst du eine junge Mutter Und hast du das schon vorgehabt zu studieren oder warst du schon mitten im Studium?
00:47:10: Also die tschechische Matura, die hat in der Schweiz keine Gültigkeit gehabt.
00:47:13: Ich musste die Matura nachholen und das habe ich noch kurz vor der Geburt der Tochter geschafft.
00:47:19: Dann konnte ich nachher studieren.
00:47:21: Das heißt, ich bin dann zwar vier Jahre zu Hause geblieben zu essen mit den Kindern, bin aber dann an die Uni zürich gegangen.
00:47:28: Und dann gab es eine relativ begrenzte Auswahl mit der Prüfung, Aufnahmeprüfung, die ich gemacht hab.
00:47:34: die Erde hergehen können.
00:47:36: Also innerhalb der Uni habe ich ja schon eine große Auswahl gehabt, aber es war irgendwie klar, dass mich schon Psychologie sehr interessiert.
00:47:43: Geografie hat mich auch noch interessiert, aber ich hab mich dann für Psychologien entschieden!
00:47:47: Und in den Jahren des Jahrhunderts bis du aus der Schweiz an die Uni Wien hierher gekommen hast, die Professorin für die Psychologie des Alters angenommen und was hat da so einen Ausschlag gegeben?
00:47:57: Naja, weil das die Psychologie des Alters hier ausgestiegen wurde.
00:48:00: Das gibt es so selten im deutschsprachigen Raum.
00:48:03: Ich weiß nicht wieviel.
00:48:04: sechs, sieben vielleicht Lehrstühle für die Psychologie des Alterns.
00:48:08: also ein großer Glücksfall dass diese neu geschaffen Professor an der Uni Wien oder wer würde ja nicht gerne nach Wien gehen geschaffen wurde und deswegen bin ich gekommen.
00:48:19: Ich hatte zwischendurch noch eine Professur in Norwegen ein halbes Jahr also da war auch noch sein Abstecher
00:48:26: Und hat es auf den Weg auch irgendwelche Herausforderungen gegeben oder Schlüsselmomente, die du nennen würdest?
00:48:32: Oder ist alles gut gegangen glatt.
00:48:34: Es geht mir das glattere und in der akademischen Karriere glaube ich ohnehin.
00:48:40: also da lebt man halt immer mit dem befristeten Stellen und ja ich habe die Professor jetzt mit einunvierzig nein noch später sogar bekommen und bis dahin weiß man nicht ob man irgendwann an einer unbefristeten Stelle landet.
00:48:56: Ich habe das zwar jetzt nie so bedrohlich empfunden, ich hab mir immer wieder überlegt soll ich doch vielleicht noch eine Psychotherapie Ausbildung machen als Plan B. Aber dazu ist es nie gekommen weil immer die Anschlussstelle kamen.
00:49:09: Was würdest du denn deinem jüngeren?
00:49:11: Ich in einem Satz mitgeben?
00:49:13: Entspannter damit umgehen genau mit dieser Situation und ich sehe das ja auch bei meinen... Mitarbeiterinnen, Postdocs, Doktoren also nicht nur bei mir sondern auch an der Fakultät und in der Uni sind alle total gestresst.
00:49:26: Und ich verstehe das!
00:49:27: Ich war das und wir wissen also nicht alle werden eine Professor bekommen.
00:49:30: Das ist klar aber alle werden gute Stelle bekommen und ich hätte vermutlich meinem jüngeren ich gesagt nimm's entspannter es kommt schon gut.
00:49:39: Und da sind wir wieder beim positiven Denken was man sich selber
00:49:41: vor sagt?
00:49:42: Genau
00:49:43: Gibt es auch irgendetwas, was du aufgrund deiner Forschung, also den konkreten Erkenntnissen heute anders machst als früher?
00:49:50: Was nimmst du wirklich direkt mit für dein eigenes
00:49:52: Leben?".
00:49:53: Ich nehme auf jeden Fall mit, dass man das Alten sehr stark selber in der Hand hat.
00:49:59: Das heißt wenn man sich bewegt und einigermaßen gesund ernährt, wenn man gute soziale Beziehungen hat und das Stresslevel eilenmaßen hält dann kann eigentlich nicht schief
00:50:12: laufen.".
00:50:12: Wenn du jetzt einen Wunsch frei hättest für unsere Gesellschaft zum Allgemeinen im Umgang mit dem Älterwerden, welcher wäre
00:50:19: das?
00:50:20: Einerseits klar ein bisschen ein positiveres Bild.
00:50:23: Also alles was wir in den Studien sehen die ganzen positiven Aspekte des Alters und die gibt es wirklich also dass wohlbefinden wird höher Die Lebenszufriedenheit wär besser, die Persönlichkeit wär besser.
00:50:34: Wir haben sie wirklich Studier nach Studie Und diese Erkenntnis stärker das kollektive Wissen der Gesellschaft kommt.
00:50:43: Das wäre auf jeden Fall ein Wunsch.
00:50:45: und ein zweiter Wunsch wäre, Alten ist nicht fair!
00:50:50: Wir wissen Menschen mit Hörerbildung, Menschen mit höhere sozialen Schicht, Alte besser leben länger, leben gesünder und eigentlich müssen wir die schichten also die Gruppen die benachteiligt sind vier stärker unterstützen.
00:51:14: Jetzt gibt es aber nicht nur die Forschung, sondern auch die Uni.
00:51:17: Wie schaltest du selber ab vom Unibetrieb und gibt's da Freizeitinteressen?
00:51:21: Wohin fasst auf Urlaub also all das?
00:51:23: Skifahren im Winter wandern im Sommer.
00:51:26: Also Berge sind beide Leidenschaften.
00:51:29: Und so nach Feierabend haben wir ein Buch oder einen Film?
00:51:33: Ja, also Buch sehr gern!
00:51:35: Das kommt aber nicht jeden Abend vor, weil ich einfach auch noch einen kleinen Sohn zu Hause habe.
00:51:41: Ich hab jetzt ein dritter Kind noch, der ja auch noch Zeit braucht.
00:51:47: Also ich hab nicht wahnsinnig viel Freizeit, aber lesen würde dafür definitiv dazu gehören.
00:51:53: und Natur – ich bin extrem gerne in der Natur!
00:51:56: Hast du Buch-Tipps oder sonstige Tipps für Zuhörerinnen, wo man sich vielleicht noch ein bisschen weiter informieren könnte?
00:52:02: Ich finde sehr gut gelungen das Buch Die Philosophie der Lebensmitte von Barbara Bleich.
00:52:08: Barbara Blich ist Philosophin und Moderatorin in der Sternstunde Philosophies des Schweizer Radio und Fernsehen.
00:52:15: Moderatorin.
00:52:16: Und es ist übrigens eine meiner Lieblingssendungen, kann ich auch sehr empfehlen, Standstunde der Philosophie.
00:52:21: und eben dieses Buch das sich mit Erlebensmitte und natürlich dadurch auch mit dem Alten aus der philosophischen Perspektive befasst finde ich wunderbar gelungen.
00:52:29: Es liegt schon ein bisschen zurück aber du hast ja schon einmal einen Buch geschrieben die psychologischen Denkfallen.
00:52:33: Ich habe sie jetzt nicht gelesen Aber wenn du ein zwei Tipps daraus aus dem Hut zauberst?
00:52:38: muss er nicht jetzt mit dem älter werden zu tun haben?
00:52:41: Vielleicht?
00:52:42: es waren hundert Zusammenfassungen von sozial- psychologischer Forschung.
00:52:46: Aber wirklich so knackig, knapp zusammengefasst und gleich die erste Zusammenfassung von einem Artikel, den ich extrem interessant fand ist, dass Hurricanes in den USA die männliche Namen haben... Die haben ja eine Name oder?
00:53:02: ...die bringen mehr Schäden als die weiblichen Namen haben.
00:53:06: Und das kann nicht daran liegen, dass irgendwie die Hurricanes weiblich oder männlich sind!
00:53:12: Es liegt daran dass Menschen die weiblich genannten Hurricanes unterschätzen, weil sie weibliche Namen haben.
00:53:19: Und deswegen bereiten Sie sich dafür weniger vor und deswegen sind die Schäden größer.
00:53:24: Da habe ich mir gedacht das ist so ein schönes Beispiel dafür wie Psychologie unser Verhalten unserer Leben bis ins kleinste oder größte wird man dazu sehen werden beeinflusst.
00:53:35: Wo kann man denn konkret in so einem... Nächsten im näheren Umfeld auch umdenken und den Umgang mit Eltern werden und älteren Personen verbessern.
00:53:43: Ich würde immer sagen, haben Sie einfach Kontakt mit älteren Menschen.
00:53:47: Suchen sie sich Freundinnen?
00:53:49: Suchen Sie sich Freunde?
00:53:49: Gehen Sie in Vereine die Altersheterogen sind?
00:53:53: Sprechen Sie die Nachbarn-Nachbardinnen an?
00:53:55: Das sind alles sehr interessante Menschen mit interessanten Geschichten.
00:54:00: Wir denken immer, ältere Menschen sind also eine homogene Gruppe aber das ist nicht wahr!
00:54:06: Ältere Personen sind die Heterogens der Gruppe überhaupt weil wir sammeln Erfahrungen während des Lebens und diese Erfahrungen machen uns unterschiedlicher, nicht gleicher.
00:54:18: Und wir wissen eben intergenerationaler Kontakt baut auch Städotypen
00:54:21: ab.
00:54:21: Woran merkt man im Alltag?
00:54:23: dass jemand gut alter?
00:54:25: Dass er gibt so etwas wie Kleine Anzeichen oder Gewohnheiten.
00:54:28: oder den Super-Senior, die Super-Seniore in dem Spiel.
00:54:32: der Instrument lernt chinesisch daneben und weiß nicht geht immer spazieren hat großen Freundeskreis usw..
00:54:38: Ich werde sagen jemand ist mit dem, was es tut.
00:54:43: Das muss nicht das aktive Alten sein.
00:54:45: Weil das aktieve Alten ist ja auch wieder nur eine privilegierte Gruppe.
00:54:50: Also da sind die eigentlich nicht die, die altern.
00:54:52: Da sind ja die, umgeblieben sind.
00:54:54: Es ist kein Vorbild für ein gutes Alten.
00:54:57: Ich glaube ein Vorbild wäre ein weiser alter Mensch.
00:55:02: Wir wissen zwar Weisheit ... korreliert nicht mit dem Alter, das heißt wir werden nicht unbedingt weise nur weil wir älter werden.
00:55:08: Wir müssen ja auch mit den Jahren die wir erleben etwas machen damit wir weiser werden.
00:55:13: aber dass wäre so die Vorstellung.
00:55:14: Aber wir wissen auch wenn ich dement werde mit dem alter da werde Ich auch nicht weiße.
00:55:19: es gibt einen schönen spruch zur gesundheit.
00:55:21: Gesundheit ist was ich aus meinen voraussetzungen gemacht habe und ich würde sagen Altern gutes Alten ist was sich aus meinen Voraussetzung gemacht
00:55:29: haben.
00:55:29: Sehr, sehr schön.
00:55:30: Und dein ganz persönlicher Ausblick auf deine Zukunft?
00:55:34: Also bis zu welchem Alter möchtest du arbeiten?
00:55:36: über das Pensionsalter hinaus und woran?
00:55:39: Arbeiten möchte ich eigentlich immer.
00:55:41: Ich glaube es heißt ja von allen Akademikerinnen und Akademikern wir können glaub nicht aufhören wobei also ich spreche jetzt für mich ich glaube ich kann nicht aufhören.
00:55:49: meine Vorstellung ist tatsächlich noch mehr Bücher zu schreiben auch im Sinne der Third Mission das Wissen dass wie uns hier angeeignet haben oder dass ich mir angeeint habe, auch weiterzugeben und leben möchte.
00:56:02: Ich bin neunzig Jahre alt.
00:56:03: Das ist so meine Marke!
00:56:05: Sobald das wünsche ich dir von ganzem Herzen man sieht, dass du richtig zu Hause bist, auch in dem was du machst und dich gut aufgehoben fühlst.
00:56:12: Vielen Dank für das Gespräch!
00:56:24: Wir sind jetzt nicht nur eine knappe Stunde älter, sondern auch um einiges klüger als zu beginn dieser Folge.
00:56:30: Einige große Fragen rund um das Älterwerden – Das Leben und den Tod sind greifbarer geworden Und vielleicht sind dabei auch ein paar Berührungsängste oder Barrieren gefallen gegenüber dem Altern selbst und gegenüber älteringen Menschen.
00:56:43: Denn eines zeigt die Forschung ganz deutlich.
00:56:46: Ein positiver Zugang zum Älterwerden kommt einem immer selbst zu Gute, spätestens dann wenn man beginnt die ersten eigenen Alterserscheinungen wahrzunehmen.
00:56:56: Um Resilienz und Früherkennung geht es auch beim Abschluss-Event unserer Semesterfrage – allerdings im politischen Kontext.
00:57:03: Wohin steuert die Demokratie lautet die Frage?
00:57:06: Die Antworten darauf könnt ihr euch live selbst ansehen nämlich am Zweiundzwanzigsten Juni ab.
00:57:13: Weitere Infos dazu gibt es in den Show-Note, beziehungsweise auf der Webseite von Rudolfina dem Wissenschaftsmagazin der Uni Wien.
00:57:21: In diesem Sinne sage ich Danke fürs Zuhören und auf Wiederhören bei – an der Quelle!
Neuer Kommentar