Auf Schatzsuche mit Daten statt Spaten

Shownotes

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00:00:12: Ein Motorboot fährt auf die Osterschelde hinaus, den größten Meeresarm der niederländischen Provinz Seeland.

00:00:17: Unterwegs ist es in der Bucht östlich des Küstenortes Jerseke, der für seine Austernkulturen bekannt ist.

00:00:23: Doch am Board geht das nicht um die Bergung von Schalentieren – mit modernster Sonatechnik sucht ein Forschungsteam nach den überresten mittelalterlicher Dörfer, die seit fast einem halben Jahrtausend unter Wasser liegen.

00:00:41: östlichen Schelde im Gezeitenbereich heute über hundertzwanzig mittelalterliche Dörfer durch eine Sturmflut oder zwei Sturm fluten, fünfzehnhundertreißig und fünfzehundertzweiunddreißig versunken untergegangen.

00:01:02: Das ist die Mut Trinks.

00:01:04: Der Geophysiker leitet das Vienna Institute for Archaeological Science an der Uni Wien, wo er Methoden entwickelt mit denen archäologische Fundstellen zerstörungsfrei untersucht werden können – an Land und unter Wasser.

00:01:16: Wie er dabei vorgeht und was er schon alles gefunden hat, erzählt er uns gleich im Interview!

00:01:21: Zuvor zeigte er uns bei einer kurzen Führung durch das Institut einige der Hightech-Gerätschaften, von denen manche optisch an einen Rasenmäher erinnern aber wesentlich teurer sind.

00:01:31: Überzeugt euch gerne selbst!

00:01:33: Fotos gibt es im Artikel zur Folge.

00:01:35: den Link findet ihr in den Shownotes.

00:01:38: Ansonsten ist damit die Uni Wien einzigartig dass wir in der Sediment mit ganz ganz hoher Auflösung hineinschauen können.

00:01:45: Also das schaut jetzt nicht nur in den Seeboden sondern das sieht in den Sehboden hinein.

00:01:49: Da sehen wir Geologie Wir sehen eben aber auch die archäologischen Hinterlassenschaften,

00:01:53: Schichtungen

00:01:54: – egal in den Fallbausiedlungen.

00:01:56: Aber auch jetzt im Holland wo wir mittelalterliche Dörfer vermessen

00:01:59: haben.".

00:02:04: Man muss natürlich nicht bis an die Nordsee reisen um versunkenen Kulturen nachzuspüren.

00:02:08: Die Heidekarchäologinnen erforschen auch das Unterwasser-Kulturerbe in Österreich Sehen.

00:02:13: Dabei kommen nicht nur Autobracks und ähnlicher Schrott zum Vorschein, sondern auch tausende Jahre alte Pfahlbauten.

00:02:20: Die meisten der bisher neunundzwanzig bekannten Fundstellen liegen im Salzkammergut einige weitere in Kärnten.

00:02:26: Fünf dieser Fundstellen gehören sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe.

00:02:30: Wer mehr über Österreichs Pfahl bauten und ihre Geschichte erfahren möchte findet nähere Informationen unter www.pfahlbauden.at.

00:02:39: Näher dran an der versunkenen Vergangenheit als kaum jemand sonst ist der Profitaucher Stefan Kreuer.

00:02:46: Im Laufe dieser Folge erzählt er uns, wie es ist für die Forschung in kaltes drübes Wasser abzutauchen.

00:02:53: Ich war immer begeistert oder fasziniert von Kulturgeltern, die unter Wasser liegen – vom Geheimnis, den man noch entdecken kann!

00:03:00: Und das hat man meistens eigentlich in die eher düsteren, dunkleren und kälteren Gefilde.

00:03:04: Warum?

00:03:05: Weil in den warmen mehr, an den warmen gefielten meisten sie doch schon sehr lange entdeckt waren und schon sehr viel mehr betracht worden

00:03:11: sind.".

00:03:12: Die Möglichkeiten für Entdeckungen im Untergrund sind bodenlos.

00:03:15: Schicht für Schicht kommen neue Geschichten ans Licht – von Wikinger Gräbern bis zu Artefakten aus Pompeii, der durch einen Vulkanausbruch verschütteten römischen Stadt.

00:03:24: Doch die moderne Archäologie ist dabei immer auch ein Wettlauf gegen die Zeit.

00:03:29: Was das genau bedeutet, welcher Gebrauchsgegenstand bei absolut jedem Problem in der Feldforschung hilft – außer man hat zu wenig davon verwendet und was Imo Trink selbst sehr gerne einmal finden würde erfahrt ihr gleich im Interview!

00:03:43: Mein Name ist Mario Wasserfaller und ich heiße euch wieder herzlich willkommen an der Quelle!

00:04:07: Lieber immer, willkommen bei unserem Podcast an der Quelle.

00:04:10: Springen wir gleich ins kalte Wasser!

00:04:13: Du bist nämlich gerade zurückgekommen von der Feldforschung in den Niederlanden wo ihr versunkene Dörfer untersucht und dokumentiert.

00:04:20: Beschreib uns vielleicht einmal die Szenerie vor Ort was sie dort genau macht und was sich dazu getragen hat für fast fünfhundert Jahren.

00:04:28: Vielen Dank.

00:04:28: Wir sind tatsächlich am Samstag nach zwanzigstunden Fahrt aus den Niederlanden zurück gekommen.

00:04:34: mit unserem Messboot von der Universität Wien, vom Vienna Institut für Archäologische Science haben wir ein sieben Meter langes Motorboot, Kajutt-Boot auf dem wir unterschiedliche Sonarsysteme installieren können.

00:04:48: Und diese Sonarssysteme erlauben es uns im Wasser den Seeboten zu kartieren aber auch in den Seeuntergrund hineinzuschauen.

00:04:55: mit einem sogenannten Sedimentssonar Und gemeinsam mit Kollegen von der Universität Gent in Belgien und der Universitätskiel in Norddeutschland haben wir ein sogenanntes Weave-Projekt gewinnen können, um versunkene Dörfer, mittelalterliche Dörfe in den Niederlandmund in Belgienne kattieren zu können.

00:05:17: Das ganze beruht auf der sehr erfolgreichen Arbeit von den Kollegen der Universität Kiel, die im Wattenmeer die Kirche von Rungholt und Siedlungsspuren, die dort bei der großen Flut – man sagt die Grote Mann-Drenke.

00:05:33: Das war um fourteenhundert untergegangen sind.

00:05:36: in der Nordsee Anwendungen von geophysikalischen Prospektionsmethoden, heißt magnetische Prospektion und elektromagnetische Prospekation ist die Idee entstanden auch in den Niederlanden versunkene Dörfer zu suchen.

00:05:55: Dort sind im Jahr fifteenhundertdreißig genau gesagt in der östlichen Schelde im Gezeitenbereich heute über hundertzwanzig mittelalterliche Dörfer durch eine Sturmflut oder zwei Sturm fluten, fünfzehnhundertreißig und fünfzehundertzweiunddreißig versunken untergegangen.

00:06:17: Der Grund dafür war dass Deiche die es damals schon gab und die das Land vor den Sturm Fluten bewahrt hatten nicht gepflegt wurden und bei einem Deichbruch ein lokaler Adliga diese Gelegenheit nutzen wollte, sich einen Hafen für seinen Schloss spülen zu lassen von diesem eindringenden Flutwasser.

00:06:38: Und dieser Aktion ist massiv in die Hose gegangen weil ein riesiger Landschaftsbereich überflutet wurde vom Meer und auch heute noch fünfhundert Jahre später überfluted Das Schloss von diesem Radsherren, der Stadt Reimerswalde.

00:06:55: Die ganze Stadt ist auch untergegangen und das Schloss liegt jetzt in achtzehn Meter tiefe Wasser.

00:07:00: Und wie stellt sich die Szenerie heute da?

00:07:03: Wie sind die Bedingungen für euch zu forschen?

00:07:05: Ihr müsst euch ja den Gezeiten auch anpassen!

00:07:07: Die ganz große Herausforderung hier ist nicht nur im Flachwasser archäologische Strukturen auf dem Boden und im Boden zu lokalisieren, sondern wir bewegen uns eben in diesem Gezeitenraum.

00:07:20: Und dort ändert sich der Meeresspiegel alle sechs Stunden um fünf einhalb Meter geht das Wasser rauf oder runter.

00:07:27: Man hat zwei Gezeichen pro Tag.

00:07:30: also tatsächlich sind es zwölf Stunden und fünfzig Minuten Der Abstand.

00:07:37: es wandert immer, jeden Tag ein bisschen weiter die Flut und die Ebbe.

00:07:43: Und bei diesen Maximal-Tiden wenn das Wasser am höchsten ist da können wir mit dem Boot rausfahren und über den Bereichen die bei Ebbe Trockenfallen Sedimentsonarmessungen durchführen.

00:07:55: mit dem Boot.

00:07:56: Das ist ganz witzig, alle sechs Stunden kann man über die Fläche laufen und sechs Stunden später können wir mit dem Boot drüber fahren.

00:08:03: Und wir haben zweieinhalb Meter Wasser unter dem Kiel.

00:08:05: So jetzt kriegt ihr jede Menge Daten.

00:08:07: was passiert dann?

00:08:08: Mit den Daten dient es dazu das Ganze zu dokumentieren ein Tridemodell zu machen oder sonstige Erkenntnisse zu gewinnen.

00:08:15: oder wollte auch Artefakte da finden und herausziehen.

00:08:19: Uns geht es darum zu verstehen, wie die Landschaft damals strukturiert war.

00:08:24: Wo die Dörfer genau lagen und wie sie aufgebaut waren was davon im Sediment noch erhalten

00:08:31: ist,

00:08:31: weil mit steigenden Meeresspiegeln diese Hinterlassenschaften auch bedroht sind.

00:08:37: Es gibt zunehmend Extremwetterereignisse, es gibt starke Erosion in diesen Bereichen, es gib Fischerei oder in diesem speziellen Fall ist es Ausdann-Anbaugebiete wo auch teilweise mit Schleppnetzen über den Boden gepflügt wird und das im Boden enthaltene Kulturerbe verschwindet zunehmend.

00:08:58: Und es geht mit darum, Strategien zu entwickeln dieses Kultuerbe zu dokumentieren, um es schützen zu können – dazu müssen wir erst wissen wo es ist!

00:09:07: Dann können wir natürlich auch kulturhistorische Fragestellungen stellen und beantworten in Bezug auf wie viele Leute haben da gelebt?

00:09:16: Wie war er strukturiert?

00:09:17: Wie sah das Dorf an und für sich aus?

00:09:20: Und wenn man jetzt graben wollen würde, man hat immer nur zwei Stunden Zeit für eine Gravung.

00:09:25: Weil ja dann die nächste Flut kommt.

00:09:27: Wo könnte man ansetzen?

00:09:29: Also normale Ausgrabungen sind in diesen Bereichen gar nicht möglich.

00:09:33: Sie

00:09:47: können abends schon sofort schöne Karten präsentieren mit den Messergebnissen.

00:09:52: Da sind fantastische Dinge hervorgekommen, ein Schloss eine Chance und ähnliches.

00:09:58: Zwei Kirchen hat die gesamte Dorfstruktur mit wegen.

00:10:02: Wir haben breitdimensionale Datenvolumen.

00:10:06: Die müssen erst sorgfältig bearbeitet werden.

00:10:09: Das dauert ein bisschen länger aber wir sind dabei dann auch Karten zu erstellen.

00:10:14: Im Ende werden sämtliche Daten integriert in einem geografischen Informationssystem.

00:10:19: Das heißt, am Rechner schmeißt man sie in einer Software zusammen und kann sich vergleichen oder gemeinsam analysieren.

00:10:30: Und das Ganze wird dann auch irgendwann einmal für die Nachwälde erhalten sein.

00:10:35: Das ist überhaupt ein Thema für unser heutiges Gespräch.

00:10:37: Da werden wir später noch konkret darauf zurückkommen... Aber das ist nicht das einzige Projekt, das mit Unterwasser zu tun hat.

00:10:45: Mit der Welt, die verschwunden ist irgendwann, sondern da gibt es auch in Österreich jede Menge davon und das Projekt nennt sich Aquacultural Heritage.

00:10:53: Erzähl ein bisschen darüber bitte!

00:10:54: Wir hatten Ende letzten Jahres das große Glück eines von der österreichischen Akademie der Wissenschaften geförderten Heritage Science Austria, zwei Punkt Null Projekte zu bekommen.

00:11:05: Dieser komplizierte Ausdruck kann sich darauf reduzieren dass wir fünffünfzigtausend Euro zur Verfügung gestellt bekommen haben um dreieinhalb Jahre lang ein spannendes Forschungsprojekt zu betreiben bei Aquaculture Heritage das wir gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Wien und dem Kuratorium Pfahl bauten aber auch der Universität Innsbruck mit der Unterstützung des Bundesdenkmalamtes in Wien durchführen.

00:11:35: Das hat zum Ziel, dass wir das Unterwasser-Kulturerbe in Österreich erstmalig auf die Karte setzen.

00:11:42: Es gibt in Österreich aber auch in den angrenzenden Nachbarländern also rund um Alpen ein ganz spezielles Kulturerbe archäologische Hinterlassenschaften in Form der Überreste der Pfahlbaukultur.

00:11:55: Und da gibt es ein UNESCO-Welterbe, das heißt UNESCO Welterbe prähistorische Pfahlbauten um die Alpen.

00:12:03: Da gibt es auch diese Pfahlbauüberreste in Österreich und fünf von diesen Pfahlbaupfundstätten sind auch Teil des UNESCO Weltherbes.

00:12:12: Insgesamt sind hundert Elf Fundstättern im UNESCO World Erbe aber es gibt an die tausend.

00:12:19: im Bereich der Alpen – von Frankreich über die Schweiz, Süddeutschland Österreich, Slowenien, Italien gibt es diese faszinierenden Hinterlassenschaften und das Pfahlbaukulturerbe ist deshalb so spannend.

00:12:32: Weil im Wasser, im Feuchtbodenbereich und in Seen und in den Sedimenten der Sehen haben sich organische Materialien erhalten die an Land schon längst zersetzt werden

00:12:43: Aber vielleicht noch, damit man sich vorstellen kann zeitlich hin.

00:12:47: Das ist so vor sechstausend Jahren.

00:12:49: Man spricht von einer jungsteinzeitlichen Epoche und wir haben den Menschen so gelebt.

00:12:54: das haben die für Werkzeuge verwendet.

00:12:56: Die Pfahlbau-Kultur stammt aus dem Neolitikum bis in die Bronzezeit und auch bis in römische Zeit.

00:13:04: Gibt es ein paar Pfalsetzungen?

00:13:07: In Österreich sind die Pfahlbaufundstätten noch nicht so detailliert erforscht wie vergleichsweise in der Schweiz oder Süddeutschland, wo es ganze Tauchegiebs gibt, die sich um das Unterwasserkulturerbe kümmern.

00:13:26: Gebäude in oder am Seeufer gebaut, also in den Seen oder am seeufer.

00:13:32: Da wird noch diskutiert ob es tatsächlich Strandsiedlungen waren oder ob sie im Wasser direkt gebaut wurden und da fragt man sich natürlich sofort warum hat man das gemacht?

00:13:43: Und da gibt's einfache Ideen von Schutzfunktionen die aber relativ Auf schwachen Beinen stehen, meiner Meinung nach.

00:13:51: Die Theorie dass es See-Ufer-Siedlungen waren ist plausibler und hat sich bei diesen Menschen damals mit um die ersten Siedler in Österreich gehandelt.

00:14:02: Und damals sah Österreich noch nicht so aus wie wir sie heute kennen.

00:14:08: Sie war stark bewaldet Es gab wenige offene Flächen für Weideland beispielsweise oder zum Anbau der ersten Ackerbau Das ist eine Annahme, diese begrenzten Seeuferbereiche tatsächlich genutzt hat als Flächen die zur Verfügung standen wo es Ressourcen in Form von Wasserfisch und anderen Dingen gab.

00:14:31: Eine andere Theorie ist dass wir es hier mit Transportnotenpunkten zu tun haben um wichtige Handelswege oder Handelsrouten zu stützen und da ist in Oberösterreich beispielsweise der Salzhandel von großer Bedeutung.

00:14:44: Und welche Gegenstände lassen dazu ein wenig Rückschlüsse zu, wie diese Menschen gelebt haben oder gearbeitet haben?

00:14:51: Oder was auch immer.

00:14:52: Das Faszinierende ist dass wir eben nicht in diesen Fallbaufundstätten Steinwerkzeuge teilweise auch Metallobjekte, Angelhaken gefunden werden sondern vor allem organisches Material von Bastresten über also Seilreste über Textilien Leder Nahrungsreste.

00:15:11: es wurde Brot Es wurden Verkulter, Apfelstückchen gefunden.

00:15:16: Es wurden aus Lehm geformte kleine Figürchen scheinbar von Kindern geformt auch gefunden.

00:15:22: und diese Funde wurden schon vor vielen Jahren gemacht vor über hundert Jahren im Kreuzschacher See in Kärnten im Mondsee in Oberösterreich und im Attersee.

00:15:33: Und uns geht es jetzt primär nicht darum neue Funde in Form von Objekten zu machen.

00:15:39: Das Naturhistorische Museum und auch die Universität Wien haben wunderschöne große Sammlungen von Pfahlbau-Funden.

00:15:49: Von Silex über diese typische Mondseekeramik, das ist eine weiß verzierte Keramik zu diesen organischen Resten.

00:15:58: Uns geht es darum zu verstehen in welcher Landschaft damals diese Menschen gesiedelt haben, wie die Umgebung aussah.

00:16:06: Wie groß die Pfahlbau von Städten überhaupt waren und dazu müssen wir ins Sediment

00:16:11: hineinschauen.".

00:16:18: Und wie macht ihr denn das?

00:16:19: Wir schaut dann so ein typischer Tag aus sagen wir jetzt am Mondsee oder am Attersee.

00:16:23: Ihr fahrt da mit dem Boot hinaus der Stefan Kreuer, euer Taucher springt dann hinein und macht Fotos und ihr messt mit Sonar

00:16:30: usw.,

00:16:31: also wie geht denn das

00:16:32: vonstatten?".

00:16:33: Wir haben hier verschiedene Ansätze, mit denen wir diese Fundstätten untersuchen und es stehen uns verschiedene so nahe Geräte zur Verfügung.

00:16:40: Und zwar ich würde sagen für eine akademische Institution in Zentraleuropa die feinsten Systeme, die wir überhaupt kennen.

00:16:48: Wir wissen das Söderteuren Hochschule südlich von Stockholm und Southampton Universität in Großbritannien.

00:16:54: Die haben auch sehr gute Ausrüstung diesbezüglich.

00:16:57: aber ansonsten haben wir an der Universität Wien ein ganz exzellentes Instrument zur Verfügung.

00:17:04: Und bei diesen Sonargeräten, die wir auf unseren Messbooten installieren, da gibt es verschiedene Typen und wenn wir unsere Messungen am Mondsee oder Attersee durchführen dann werden diese Sensoren am Boot, am Bug vorne in einer speziellen Halterung montiert.

00:17:21: aus Sicherheitsgründen kann man sie hochklappen Klappen.

00:17:26: Das liegt daran, dass diese Sensoren teilweise über Hundertfünfzigtausend Euro kosten und man da nicht irgendwo mit anstoßen möchte wenn man einen Hafenmanöver durchführt, anlegt oder abfährt.

00:17:38: Dann müssen wir sicherstellen das die Messdaten, die Sonardaten die wir aufzeichnen exakt positioniert sind.

00:17:44: Dass wir also genau wissen wo wir sind und wo unser Sonargerät gerade hinschaut.

00:17:49: Vielleicht für Leier.

00:17:50: nochmal ganz einfach erklärt, ihr schickt Schallwellen hinunter.

00:17:54: In der Seele werden zurückgeworfen und aus diesen Mustern könnt ihr später ein Bild zusammensetzen, das man sich auch am Computer anschauen kann.

00:18:02: – ganz vereinfacht gesagt!

00:18:03: Was bedeutet Sonatechnik?

00:18:05: So nah ist ein Akronym, das steht für Sound Navigation and Ranging Und Sound, da steckt akustische Wellen mit drin.

00:18:13: Also Schallwellen und die Sonasysteme, die wir benutzen, senden Schalluellen

00:18:18: aus

00:18:19: und die laufen durch die Wassersäule bis zum Seeboden.

00:18:23: Je nachdem welche Frequenz wir dort benutzen werden sie vom Seebogen reflektiert oder von Schichten und Objekten im

00:18:30: Sediment.".

00:18:31: Das heißt er kann Ihnen den Untergrund des Sees hineinschauen was sich dort unten verbirgt?

00:18:37: Objekte, die dann offensichtlicher dort herum liegen und nicht immer ist es das was ihr dort.

00:18:44: Wie viele Leute?

00:18:45: Ja wir haben also drei unterschiedliche Typen von Sonarsystemen, die man so kennt dass was allgemein am bekanntesten ist ist das Sidescreen-Sonar oder Seitensichtsonar gesucht, um Objekte schnell zu finden.

00:18:59: Man erhält ein Bild des Bodens, man sieht ist hier eine versunkene Person oder ist hier ein Fahrzeug, ein Auto-, Flugzeug- oder Bootsfrag am Boden?

00:19:11: Das nächste wissenschaftlich anspruchsvollere System ist das Fächer-Echolot- oder Multibeamsonar, dass nicht nur heute einen Strahl ausländet sondern bis zu Tausendzehnzwanzig Strahlen zeitgleich also Schallpulse ausgesendet und damit den Seeboden abtastet.

00:19:30: Und damit kriegen wir ein hochgenaues Bild der Topographie des Seebodens.

00:19:36: Und üblicherweise findet ihr dort jetzt im Fall Mund- und Atasee so Holzpfähle, die man dann ganz gut sehen kann.

00:19:44: Manchmal ist es ein Autofrag wie du mir erzählt hast, kann auch einmal vorkommen...

00:19:48: Wir können Objekte auf dem Seeboden sehen.

00:19:51: Unter anderem diese Holzpfähle reflektieren die Schallwellen und es kann faszinierend das wassergesättigte Zellulose, also dieser sechstab bis zu sechstausend Jahre alten Holzpfäle noch diese Schallwellen reflektiert und wir sie dadurch in den Sonardaten sehen können.

00:20:08: Wir haben noch das dritte Sonarsystem, das ist das Sedimentsonar.

00:20:11: Mit dem schauen wir jetzt in den Seeuntergrund hinein.

00:20:15: Das benutzt ein bisschen tiefere Frequenzen und da denken wir dran, wenn die Nachbarkinder eine Party haben.

00:20:22: welche Schallwellen dringen an unser Ohr?

00:20:25: Das sind nicht die hohen Stimmen der Sängerinnen sondern das sind die Tiefenbässe durch die Wände, wo man... Frequenzen dringend tiefer in den Untergrund hinein und können bei uns bis zu vierzig Meter in den Seeuntergrund Informationen über die Geologie und die Geschichte des Sees liefern.

00:20:45: Und in den obersten zwei Metern des Sediments, im Bereich der Pfahlbaustationen sehen wir die Kulturschichten.

00:20:53: Die Hinterlassenschaften im Prinzip den Müll der Pfahlbau-Menschen.

00:20:57: Ja, und wenn man jetzt ganz an die Oberfläche dieser Pfahlbauten geht in den Untergrund des Sees sieht man heutzutage ja auch nicht nur erwünschte Artefakte oder prehistorische Dinge sondern auch invasive Arten die sich da einmischen.

00:21:13: mehr oder weniger.

00:21:14: Wir sehen Objekte auf dem Seeboden und zusätzlich zu den Sonarmethoden kann man noch einen weiteren Ansatz wählen.

00:21:22: Und das ist fotogrammetrische, bildbasierte, drei-D Modellierung.

00:21:28: Das bedeutet, man macht ganz viele Fotos unter Wasser Seebodens des Seeuntergründes erstellen.

00:21:39: Das hat ein Kollege von mir, Stefan Kreuer, Profitaucher am Mondsee an der Station See eine der Welterbekulturstätten in Oberösterreich durchgeführt und in sehr mühsamer Arbeit im Januar, aber auch im Jänner, hat er über sechzigtausend Fotos auf einer Fläche von achtzig mal hundert Meter gemacht.

00:22:03: Es sind nicht hunderte, es sind tausende Pfahlreste der Pfahlbaustation See fotografiert.

00:22:10: Er hat so viele Fotos machen müssen weil das Wasser dort sehr trüb ist.

00:22:14: Man hat eineinhalb bis zwei Meter Sicht.

00:22:16: an ganz seltenen Tagen im Winter kann man mal fünf sechs Meter Sicht haben wenn es klar ist und er konnte erstmalig ganz detaillierte drei D-Modelle digital erstellen.

00:22:28: die werden dann am Computer zusammengeführt und gerechnet Und da hat er eine Beobachtung machen können, dass nämlich zwischen dem Jenner twenty-vierundzwanzig und dem Jenners zwanzigfünfundzwanzige eine massive Veränderung aufgetreten ist.

00:22:43: Dass auf

00:22:44: einmal eine

00:22:45: neue Muschelart die Quagga-Muschel in Österreich relativ neu ist anfängt diese Flächen massenhaft zu besiedeln und zu überdecken.

00:22:56: Da kann man sich jetzt überlegen was passiert wenn diese Muscheln an den sehr schwachen, sechstausend Jahre alten Holzpfählen hoch wachsen teilweise in mehreren Schichten.

00:23:08: Dann ist es nur eine Frage der Zeit bis dieses Kulturerbe nicht mehr da ist oder verschwindet.

00:23:14: und das sind jetzt nicht nur die Pfahlbauten, das sind Wrax die wir noch gar nicht kennen in österreichischen Seen, das sind Hinterlassenschaften von vor siebzig Jahren aus dem Zweiten Weltkrieg und andere Dinge historischer Artefakte, die in den Seen liegen.

00:23:30: Und aufgrund dieser Arbeit kam uns die Idee zum Aquaculture Heritage Projekt dass wir schauen müssen solange wir überhaupt noch die Strukturen erkennen können Sie zu dokumentieren.

00:23:47: Und was sagt eigentlich Profitaucher Stefan Kreuer selbst über seinen nasskalten Job im Dienste der Wissenschaft?

00:23:53: Wir treffen ihn im Keller des Archäologieinstituts, wo er gerade ein Sonargerät vom Salzwasser reinigt und für den nächsten Einsatz vorbereitet.

00:24:02: Also grundsätzlich verbinde ich mit der Arbeit primär Leidenschaft.

00:24:05: also für mich ist es nicht nur Arbeit, sondern wirklich Leidenschaft die da dankenswerterweise ausleben kann.

00:24:12: Ich kam ursprünglich aus der beruflichen Taucherei, das heißt für mich war das jetzt grundsätzlich nicht so neues.

00:24:18: Aber ich persönlich dachte zum Beispiel viel lieber im Kaltwasser und im Düsteren und Finsteren, weil ich persönlich war immer schon auch schon vor der Archäologie ein Alteisen-Fan.

00:24:30: Also ich war immer begeistert oder fasziniert von Kulturgütern die unter Wasser liegen vom Geheimnis, den man noch entdecken kann.

00:24:37: Und deshalb haben wir meistens eigentlich in die eher düsteren, dunkleren und kälteren Gefilde.

00:24:42: Warum?

00:24:42: Weil in den Warmen mehr an den warmen Gefilden meistens sie doch schon sehr lange entdeckt waren und schon sehr viel mehr betaucht worden sind.

00:24:50: Dementsprechend ist Gottesdauern in Österreich einfach irrsinnig spannend für uns weil halt jeder also jetzt... Abgesehen von der Archäologie ist es jeder Tauchplatz anders.

00:24:58: Wir haben versunkene Wälder, die einfach durch Hangrutsch und in Einkommen sind.

00:25:02: Wir habe Frags-Ezentefrags, also sprich Autofragsmotorräder.

00:25:05: aber wir haben auch ein bisschen die Prehistorien Einbäume, wir haben alles Mögliche darin mit prehistorischen Siedlungen im Wasser drin.

00:25:12: Man kann eigentlich jeden Tag irgendwas Neues entdecken oder bei jedem Tauchgang entdeckt man wieder mal was Neues.

00:25:17: und selbst bei Fundstellen oder bei Tauchplätzen die man schon sehr oft bedacht hat, entdeckt man jedes Mal wieder wenn man dorthin geht noch mal was Neues und das macht es ganz eigentlich so spannend.

00:25:26: Das Weg nimmt mir auch diese ganzen Bedingungen dazu führen also sprich die Kälte, die Finsternis.

00:25:34: Man kann Licht mitnehmen, man kann sich gut anziehen.

00:25:36: zu kippen ist dementsprechend gut mittlerweile.

00:25:38: Das nimmt mich eigentlich

00:25:44: ganz gerne in

00:25:48: Kauf.".

00:25:50: Da

00:25:53: wir nur einen Supertaucher haben, sind wir darauf angewiesen.

00:25:57: Möglichst viele Menschen... die sich auf dem Wasser oder vor allem unter Wasser aufhalten und Kenntnisse über Kulturerbe in österreichischen Seen haben.

00:26:08: Und das ist die sehr große Sporttaucher-Community in Österreich, aber auch die Berufstaucher von denen es einige gibt, die sehr viel Wissen darüber haben was sich in Österreichs Gewässern verbirgt.

00:26:22: Die Idee des Projektes ist dieses Wissen anzuzapfen über die Fundmeldungen von den Lion, also auf Englisch würde man sagen Citizen-Scientists das österreichische Kulturerbe erstmal auf die Karte zu setzen.

00:26:37: Wenn eine Fundmeldung gemacht wird, müssen wir überprüfen ist der Fund dort wo er sein soll.

00:26:46: Weil unter Wasser ein Taucher sich nicht so leicht orientieren kann und wir reden hier von Wassertiefen von fünf Meter bis fünfzig Meter und darüber hinaus.

00:26:56: also da können überall Strukturen sein Da kommt die Sonartechnik zum Einsatz, dass wir dann lokalisieren können, wo sind die gemeldeten Objekte genau.

00:27:06: Dann können wir tatsächlich verifiziert einen Punkt in eine Datenbank setzen und dann können wir bei den interessantesten Objekten, also archäologisch-kulturhistorisch interessantes Objekts ein Dreidimodell dieser Strukturen anfertigen.

00:27:20: Und das ist ja die Voraussetzung für eine Beobachtung Invasiver Arten wie die Quagga-Muschel da jetzt im Prinzip das Objekt oder den Fundplatz verändern.

00:27:39: Geophysikalische archäologische Prospektion nennt sich das, was ihr da macht?

00:27:43: Was ist denn der Hauptunterschied zur klassischen Archäologie, die man so kennt mit dem Spaten und den Ausgrabungsgegenständen, die es so gibt?

00:27:51: Die traditionelle Archäologie gräbt um an Erkenntnisse zu gelangen und untersucht Pfundstätten sparten, pinseln und produziert dadurch Funde.

00:28:04: Die uns sehr viel über vergangenen Kulturen erzählen die auch genaue Datierungen erlauben.

00:28:09: Man kann eine Fundstelle aber nur einmal ausgraben.

00:28:13: Niemand kann in fünfzig Jahren mit besserer Technologie und besseren Möglichkeiten einer Fundstätte noch einmal ausgraben.

00:28:20: Und deshalb sagt auch die Valetta Konvention zum Schutz des Kulturerbes dass jede archäologische Untersuchung bevor man invasiv, also grabend dort die archäologische Schichtenfolge stört.

00:28:34: Archäologischen prospektions- oder zerstörungsfreie Prospektionsuntersuchungsmethoden einsetzen sollte.

00:28:40: Dann kann man nämlich gezielt gerichtet den Untergrund untersuchen.

00:28:45: Wenn ich solche Prospekitionsmethode vorher nicht einsetze habe ich sehr wenige Kenntnisse über das was sich im Untergrund verbirgt und mich erwartet.

00:28:53: Und wie entscheidet sich jetzt an einer Fundstelle, ob jetzt sozusagen zerstörungsfrei gearbeitet wird oder ob auch ausgegraben wird?

00:29:01: Wir befinden uns hier noch in einem Entwicklungszustand.

00:29:04: Dass wir diese Methoden der archäologischen Prospektion soweit verankern und da haben das machen wir ja auch an der Universität Wien durch zahlreiche Lehrveranstaltungen Das sind nicht nur die Methode der geophysikalischen Archäologische Perspektion.

00:29:16: Das sind auch die Methoden der Fernerkundung wie Luftbild- und Laser Scanning vom Flugzeug aus um den Archäologen ein neues Instrumentarium an die Hand zu geben, damit man im Prinzip ein bisschen wegkommt von der Idee dass man die spannendsten sensationellsten Strukturen, die man im Untergrund vermutet ausgräbt und Tagebaufunde betreibt.

00:29:41: Sondern das man dahin geht zu sagen wir wollen das Kulturerbe was sich hier im Boden befindet zerstörungsfrei untersuchen um es auch für zukünftige Generationen schützen zu können.

00:29:51: Das heißt nicht, dass man nicht mehr graben soll oder es wird ja gerade in der Rettungsarchäologie oder Explorationsarchäologie wenn Straßen und Industrie- oder Wohngebiete ausgebaut werden.

00:30:02: Es wird durch Grabungsfirmen archäologisch der Boden untersucht und Hinterlassenschaften geborgen und dokumentiert bevor beispielsweise eine Stadt erweitert wird oder eine Schnellstraße ausgebaut wird.

00:30:15: Wenn wir jetzt unsere Methoden hier entwickeln Methoden wie Bodenradar oder magnetische Prospektion, um in den Untergrund hineinschauen zu können.

00:30:24: Dann testen wir diese Entwicklungen im Form von Fallstudien.

00:30:29: und das war im Zeitraum zehntausendzehn bis zweitausendzwanzig, dass wir hier in Wien ein sehr feines Forschungsinstitut hatten – das Ludwig-Bolzmann-Institut für archäologische Prospekation und virtuelle Archäologie unter der Leitung von Wolfgang Neubauer.

00:30:44: Und dort konnten diese feinen geophysikalischen Methoden motorisieren.

00:30:51: Das heißt, man hat sehr viele Geräte, Messgeräte nebeneinander auf einem Wagen oder Schlitten und konnte die sehr schnell nicht mehr entlang von Messleinen schieben oder ziehen sondern motorisiert mit Quadbikes durch das Gelände ziehen und jetzt nicht mehr Quadratmeter- oder Hektar-, sondern ganze Quadratkilometer untersuchen.

00:31:14: Da kommen wir dahin, dass wir Landschaften untersuchen.

00:31:17: Wir sehen Siedlungsbereiche und Gräberfelder, die Verbindungswege und Strukturen dazwischen.

00:31:25: Und wir sehen das nicht nur aus einer Zeitphase – beispielsweise Wikingerzeit oder Römerzeit -, sondern man sieht ja alles was im Boden passiert ist?

00:31:33: Radar kann man sich gut vorstellen, aber Artefakte im Boden haben ja auch eine magnetische Kennung und das messt ihr zum Beispiel.

00:31:40: Das heißt ihr habt einen ganzen Baussatz an verschiedensten Methoden wie ihr ein Gesamtbild schaffen könnt.

00:31:47: Wir haben festgestellt, dass die magnetische Prospektion, die schon seit über dreißig Jahren auf internationalem Top-Niveau hier in Österreich durch Wolfgang Neubauer und die Kollegen von der Geosphäre Austria früh ehemals die Zentralanstalt für Metrologie und Geodynamik entwickelt wurden.

00:32:05: Diese Methoden erlauben es Gruben verfüllte Gruben, verfüllten Kräben, verfühlte Pfostenlöcher zu sehen, Feuerstellen – das ist in der Vorgeschichte durch die Tätigkeiten der Menschen, die Magnetisierung des Bodens oder von Materialien, die sich heute im Boden befinden, verändert wurde.

00:32:27: Und zwar minimal verändert.

00:32:29: aber mit diesen extremenfindlichen Messgeräten, die wir benutzen kann man diese Veränderungen heute teilweise noch kattieren.

00:32:36: Das heißt, wir sehen mit der magnetischen Prospektion gruben Gräben, postlöcher Herde Feuerstellen Und können dann zusätzlich mit der Bodenradar-Methode – das ist ein aktives Verfahren, das eine Radarwelle aussendet.

00:32:52: Sehr schön Steinstrukturen erkennen aber auch Grenzschichten im Untergrund zwischen verschiedenen Schichtungen.

00:33:03: Der erste Schritt der Weiterentwicklung hier aus Wien war, dass wir gesagt haben das was wir an Land erfolgreich umgesetzt haben.

00:33:11: Nämlich sehr große Flächen in sehr hoher Auflösung kattieren zu können mit Prospektionsmethoden.

00:33:17: diesen Ansatz wollen wir auf Wasserbereiche umsetzen und deshalb hat damals des Ludwig-Bolzmann Institut für archäologische Prospektion aber auch die Universität Wien und auch das Land Oberösterreich sich zusammen getan um diese einmalige Sona-Ausrüstung finanzieren zu können.

00:33:36: Und das hat es uns erlaubt, die Projekte in den Niederlanden aber auch in den österreichischen Seen überhaupt durchführen zu können mit der fantastischen Misstechnik.

00:33:48: Das ist also der Schritt vom Land zum Wasser – was am Land gut funktioniert und auch in Flachwasserbereichen.

00:33:56: durchzuführen.

00:33:57: Der nächste Schritt, wenn man darüber hinausdenkt ist wie können wir noch effizienter werden?

00:34:03: Wie können wir höher aufgelöste Bilder von dem was sich im Untergrund verbirgt bekommen?

00:34:08: weil die Daten, die wir produzieren das ist noch keine Archäologie.

00:34:12: Das wird erst dann zur Archäologie Wenn wir die Daten interpretieren und mit einer guten Wahrscheinlichkeit sagen können was es für Strukturen sind, die wir da sehen.

00:34:23: Da sind neuzeitliche Strukture im Boden verborden oder im Seesediment das Geologie mit drin und dann auch wenn wir Glück haben archäologische historische Hinterlassenschaften?

00:34:34: Denn... Wir haben's schon angesprochen Es ist alles ein Wettlauf gegen die Zeit.

00:34:38: Umweltklimakrise Erosion der Meeresspiegel steigt Die Quagga Muschel kommt Bodenversiegelung Was weiß ich.

00:34:47: Das heißt Geschwindigkeit sozusagen Ist durchaus angebracht.

00:34:51: Das ist tatsächlich ein Wettlauf gegen die Zeit, dass wir hier das archäologische Erbe im Boden in den Seen und dem Seeuntergrund erkennen und dokumentieren.

00:35:02: Um es erforschen aber auch um es bewahren zu können für zukünftige Generationen.

00:35:08: Wenn wir uns überlegen, was für archäologische Städten in den letzten hundert Jahren durch Bautätigkeiten verschwunden sind, dann wissen wir noch gar nicht wie die archäologie Landschaft in fünfzig oder hundert jahren aussehen wird.

00:35:22: Das heißt es ist durchaus möglich das unsere Enkelkindation und sagen wieso habt ihr nicht mehr getan um die Spuren der Vergangenheit besser zu bewahren?

00:35:32: Oder zumindest zu dokumentieren?

00:35:36: Schützen, was wir kennen.

00:35:37: und ich kann mit grabender Methodik nicht... die ganzen Landschaften aufgraben und untersuchen.

00:35:43: Ich kann mit Methoden der Fernerkundung, also Luftbildarchäologie wie Sie hier vom Kollegen Michael Donneus vorbildlich durchgeführt werden oder durch Airborne Laserscanning und da gibt es auch Geräte von dem hysterischen Hersteller Riegel der Möglichkeiten schafft den Boden zu kattieren aber inzwischen sogar auch im Flachwasserbereichen in das Wasser hinein mit den Lesern zu strahlen.

00:36:06: Wir versuchen möglichst große Bereiche zu untersuchen.

00:36:10: Unser Ziel ist es, dass man in Zukunft sagt wir wollen eigentlich alles kattieren um das zu erkennen was da ist.

00:36:17: Dann können wir uns überlegen was ist schützenswert?

00:36:20: Was sollte man bewahren?

00:36:21: Was muss man sofort untersuchen weil es verschwindet oder weil es von invasiven Arten gestört wird?

00:36:28: Weil ich der Meinung bin, dass wir uns in einem ganz speziellen Zeitfenster befinden und man in fünfhundert Jahren sicher nicht mehr so Archäologie betreiben kann wie

00:36:39: Und grundsätzlich ist dieser Ansatz unbegrenzt skalierbar.

00:36:43: Du hast mir im Vorgespräch gesagt, das habe ich ganz amüsant gefunden warum wir nicht zu ESA ein Pendant haben nämlich eine ESA die in den Untergrund auch

00:36:51: schaut.

00:36:52: Wenn wir jetzt diese Entwicklung von Quadratmetern zu Hektern zur Quadratkilometern uns anschauen dann ist die Frage warum wir hier aufhören sollten.

00:37:01: eigentlich könnte man sagen Warum kattieren wir nicht alles?

00:37:05: Und den Ansatz zu verfolgen, das würden wir gerne.

00:37:08: Dazu brauchen wir aber mehr Kolleginnen und Kollegen die am selben Strang ziehen.

00:37:13: Wenn wir uns dann anschauen was es schönes in Europa beispielsweise gibt, da gibt es das Equivalent zur NASA in den USA.

00:37:21: Wir haben die European Space Agency.

00:37:24: Was machen sie?

00:37:25: Die schauen nach oben und führen sehr spannende Forschung durch.

00:37:29: Erlauben ist uns sehr exakt mit GNSS oder GPS zu positionieren europäische Satelliten ins All geschickt werden, die zusammen mit den anderen uns diese Positionierung erlauben.

00:37:39: Sie warnen uns vor möglichem Gefahren durch Himmelskörper, die auf der Erde fallen können.

00:37:45: Wir hätten gerne eine Agentur, die nicht nur nach oben schaut sondern sie ihren Blick in die andere Richtung richtet einer europäischer Agentur den Untergrund erforscht.

00:37:56: Und da ist die Archäologie nur ein ganz kleiner Teil, wir haben die Landwirtschaft im Untergrund, da ist unser Grundwasser drin das wir trinken aus dem unser Bier hergestellt wird.

00:38:05: es wachsen die Lebensmittel im untergrund als befindet sich kontaminierte Bereiche Uxos also Hinterlassenschaften von Konflikten aber eben auch Archäologie.

00:38:16: und die Idee wäre es mit einer equivalenten Organisation nicht in den nächsten zehn Jahren aber in der nächsten fünfzig bis hundert Jahre das europäische Kulturerbe und darüber hinaus zu kartieren und zu dokumentieren.

00:38:29: Diesen Appell lassen wir einfach einmal so stehen, jetzt werden wir ein bisschen eine Prospektion deiner Person machen.

00:38:45: Ich muss dich fragen was bedeutet dein Vorname?

00:38:52: Ich bin nicht der erste oder letzte aber ich habe den Namen noch nie gehört.

00:38:55: Meines Wissens nach ist es ein nordischer Name.

00:38:59: Ein Klassenkamerad meines Vaters hieß Emo.

00:39:02: Da kommt er für mich her, die weibliche Form.

00:39:04: meines Wissens nach ist Emo-Gen im englischen bekannt ansonsten eher in Norddeutschland anzutreffen.

00:39:12: Verstehe

00:39:12: ich habe es noch nie gehört.

00:39:13: deswegen musste ich einfach fragen ja wo und wie bist du denn aufgewachsen?

00:39:17: Ich bin geboren in Bonn und die ersten sechs Jahre in einem Dorf bei Bonn aufgewachsen.

00:39:24: Und dann nach Bayern umgezogen, weil mein Vater eine Anstellung an der PU München erhalten hatte.

00:39:31: Ich komme aus einer Physiker-Familie.

00:39:33: Mein Großvater war Physiker.

00:39:34: Mein Vater und seine beiden Brüder waren Physiker Meine Cousins sind Physiker Die Freunde meiner Schwestern sind Physika.

00:39:40: Und ich habe da gesagt, ich werde ganz sicher nicht Physiker Also bin ich Geophysiker geworden

00:39:46: Der Rebell.

00:39:47: Ja, damit hast du fast schon die Frage beantwortet nach dem Lieblingsfach und das ungeliebteste Fach in der Schule vielleicht auch?

00:39:54: Ich war nie gut in Sprachen.

00:39:56: In Englisch hatte ich immer eine Vier Auch französisch pendelte ich zwischen drei und vier, weil ich damals noch nicht den Nutzen erkannte, den Fremdsprachen mit sich bringen.

00:40:07: Den erkennt man wenn man sich im Ausland befindet und die Sprache braucht.

00:40:10: Und dann lernt man, eignet man sie sich sehr schnell an.

00:40:14: Ich habe seitdem fünf Jahre in England gelebt, ich habe fünf Jahre Schweden gelebt und jetzt lebe ich seit sechzehn Jahren in Österreich und versuche auch hier die Sprach mir anzueigenen.

00:40:25: Das ist nicht das einfachste.

00:40:28: Man wird sofort als Pief geackert.

00:40:33: Ja, es ist halt einfach so.

00:40:35: und ja was hat dich denn zur Archäologie gebracht?

00:40:37: Als ich noch ein Kind war sind wir in der Gegend von Bonn an Wochenenden oft auf Felder gegangen um Versteinerungen zu suchen.

00:40:45: Für steinerte Seeiegel konnte man dort sehr schön finden.

00:40:49: Und ich erinnere mich, ich weiß nicht mehr ob ich fünf oder sechs Jahre alt war aber wir sind über die Felder gelaufen und ich habe einen Stein hochgehoben und unter diesem Stein lag ein Objekt des Interessantaussaars eine Pfeilspitze aus Silex also eine Feuersteinpfeilspatze und ich hab die aufgehoben bin zu meinem Vater gegangen und hab dann gefragt ist das was?

00:41:09: Ich hab immer gefragt is das was?

00:41:11: Der meinte, das wäre wohl was.

00:41:13: Und wir sind mit der Pfeilspitze ins Landesmuseum in Bonn gegangen und haben sie vorgelegt.

00:41:18: Da hat man uns bestätigt, dass das eine jungsteinzeitliche Pfeilspitze wäre.

00:41:23: Die hätten aber so viele davon nicht dürfte sie behalten.

00:41:26: Das hat mich fasziniert, wenn man durch die Landschaft läuft Sachen finden kann.

00:41:32: Es hat mich dazu motiviert ein Sachensucher zu werden.

00:41:37: Was ich studiert habe, ursprünglich ... durch meinen Sportlehrer am Gymnasium in Freising motiviert.

00:41:45: Erwin Neumeier war der Kreisheimatpfleger in Freasing, Schülern auch auf archäologischen Ausgrabungen das Graben beigebracht hat.

00:41:55: In den Wintermonaten haben wir bei ihm im Keller die Keramiken restauriert und wieder zusammengesetzt und gepflegt, und es hat dazu geführt dass der Landkreis Freising in Bayern eine archäologically hervorragend untersuchte Gegend wurde.

00:42:08: von römischen Willen über linearbandkaramische Siedlungen über mittelalterliche Reste Und diese archäologie Arbeit hat viel Spaß gemacht.

00:42:19: Ich habe dann während meinem Zivildienst die Möglichkeit gehabt, am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege mit den Geophysikern Helmut Becker und Jörg Fassbinder archäologische Prospektion zu lernen.

00:42:31: Also statt Militärdienst zu leisten oder in einem Krankenhaus oder Altenheim Dienst zu tun – das habe ich einen Monat lang gemacht – durfte ich Magnetometerwägen über Felder schieben und kennenlernen wie man den Untergrund erkundet und Sachen finden kann ohne sich die Finger dabei schmutzig.

00:42:50: Und das hat mich dazu motiviert oder dazu gebracht Geophysik zu studieren, weil der Landesarchäologe von Bayern als ich ihn fragte ob er mir empfehlen würde Archäologie zu studien dringend davon abgeraten hatte.

00:43:02: Er meinte es wäre unheimlich schwierig hier

00:43:05: eine

00:43:06: Anstellung zu kriegen und ich dachte mir wenn der Chefarchäologue mir da schon abräht dann sollte ich mich dran halten.

00:43:13: Die Kollegen Helmut Becker und Jörg Fassbinder haben mir berichtet, wie sie auf Studienreisen nach Italien wunderbare Speisen zu sich nehmen konnten.

00:43:23: Der Wein war gut und billig und das hat mich mit davon überzeugt Geophysik zu studieren!

00:43:28: Und wie hältst du das heute?

00:43:29: Wenn dich wer fragt soll man Archäologie studieren bzw was muss man heute denn alles mitbringen vielleicht im Unterschied zu früher?

00:43:37: oder ist es gleich?

00:43:38: Wenn

00:43:38: man sich heute überlegt Archäologie zu studiern befürwort ich dass Und ich versuche die jungen Studierenden, die jedes Jahr im Sommersemester und Wintersemester an der Universität Wien anfangen zu motivieren.

00:43:51: Es ist nicht einfach sich durchzubeißen und irgendwann hoffentlich eine Stelle zu erlangen... wo man sich keine Sorgen mehr drum machen muss, wo in einem Jahr die Mittel herkommen.

00:44:06: Das ist nicht einfach – das sind vielen Forschungsbereichen nicht einfach, aber in der Archäologie ist es tatsächlich besonders schwierig, weil es gibt einfach nicht so viele Stellen.

00:44:15: In anderen Ländern ist das anders.

00:44:17: In Japan gibt es viel, viel mehr Archäologen.

00:44:19: Es hängt teilweise vom Verhältnis zur Vorgeschichte ab oder zu den kulturellen Hinterlassenschaften.

00:44:26: Archäologia ist ein ganz faszinierendes Forschungsfeld.

00:44:30: Es erlaubt uns, Einblicke in die Vergangenheit zu gewinnen.

00:44:34: Zu unseren Vorfahren.

00:44:36: Da wo wir herkommen und unsere Familien herkommen, da wo unsere Gemeinschaften Kulturen herkommen wie man damals gelebt hat und jedem denen Spaß macht Asterix zu lesen.

00:44:49: oder es gibt inzwischen auch andere neue Comics, Scheinzeit-Comics aus der jüngeren Vergangenkeit.

00:44:56: Es gibt sehr viele, die das fasziniert die Archäologie gebissen hat, der sollte auch sich ins tiefe Ende des Beckens begeben und los schwimmen.

00:45:08: Und mit der richtigen Überzeugung kommt man auch sehr weit und hat gute Chancen in der Archäologie erfolgreich zu

00:45:15: werden.".

00:45:15: Du hast vorhin schon kurz angesprochen bei Stationen deiner Karriere bis jetzt gibt es eine Station, die dich besonders geprägt und geformt hat?

00:45:24: Nachdem ich meine Doktorarbeit in England abgeschlossen hatte, hatte ich die Möglichkeit entweder mich der Ölindustrie in Texas anzuschließen.

00:45:31: Ich hatte schon unterschrieben... oder nach Schweden zu gehen und dort mit Unterstützung aus Österreich durch die Experten hier in Wien eine Gruppe für archäologische Prospektionen am schwedischen Denkmalamt aufzubauen.

00:45:45: Diese Stelle habe ich angenommen, ich war vor fünf Jahren in Stockholm und habe dort ganz faszinierende archäologique Fundstätten kennengelernt.

00:45:54: Die Daten, die wir dort gewonnen haben, wurden immer nach Wien geschickt um hier bearbeitet und visualisiert zu werden, um dann in Schweden wieder ausgewertet

00:46:02: Ja, und ich wollte sowieso mit dir noch ein bisschen so hinter die Kulissen schauen der Feldforschung.

00:46:07: Also was ist denn zum Beispiel da dein spektakulärster Fund gewesen?

00:46:10: oder vielleicht auch dein kuriosester Fund um das gegenüberzustellen?

00:46:14: Es sind nicht Einzelfunde, die ich gemacht habe wie mein Kollege Erich Nau.

00:46:19: Ein Kerntner dem es gelungen ist in Norwegen einen Wikinger Schiff zu finden auf einem Acker.

00:46:24: Das Wikinger-Schiff hat sich in einem Grabhügel befunden Ein Wikingerschiff zu finden, da steht noch auf meiner To-do Liste aber dann im Wasser.

00:46:32: Tausend sollen nach Westen gesegelt sein irgendwo müssen sie ja abgeblieben sein.

00:46:36: Nein was mir bisher am meisten Spaß gemacht hat ist Wikinger zeitliche Siedlungsreste.

00:46:42: westlich von Stockholm auf der Insel Björkö liegt die UNESCO Welterbestätte Birka und dort haben wir geophysikalische Messungen durchzuführen, mit Bodenradar noch einzelnen Handsystemen um den Untergrund zu durchleuchten.

00:47:00: Und wir können dort einen ganzen Stadtplan dieser Siedlung jetzt über verschiedene Tiefen und die Entwicklung der Siedlungen aber auch die Kräberfelder, die dort noch im Boden verborgen sind visualisieren und archäologisch

00:47:14: interpretieren.".

00:47:20: Ein Vorteil dieses Berufs ist, dass man sich bei der Methodenentwicklung aussuchen kann, wo man die Methoden testet und einsetzt.

00:47:28: Und da kommt man zu den schönsten Plätzen an denen andere normalerweise Urlaub machen von Schweden-Norwegen auf die Urlaubsinsel Amrum, in dem wir eine zeitliche Hafenanlage mit den Kollegen aus Kiel kartieren durften bis nach

00:47:42: Pompé

00:47:43: oder in etruskische Siedlungen nach Griechenland auf die Insel Santorin, wie sie auf griechisch heißt um das bronzezeitliche Acrotiri zu kartieren.

00:47:56: Das ist nicht nur kulinarisch unheimlich reizvoll man hat dort auch die Möglichkeit unterschiedlicher Archäologische Hinterlassenschaften entdecken zu dürfen.

00:48:05: Und welche Dinge nimmst du zum Beispiel jetzt persönlich immer mit unabhängig davon, was ihr beforst?

00:48:10: Was muss auf der Feldforschung für dich selber dabei sein?

00:48:13: immer?

00:48:14: Gaffertape und Kabelbinder!

00:48:17: Nein ich erzähle auch meinen Studierenden Sie sollen niemals das Haus ohne Gaffertape oder Kabel binder verlassen.

00:48:22: Es gibt kein Problem dass man nicht mit Gaffertape lösen könnte.

00:48:25: Wenn man das Problem nicht mit gaffertapel lösen kann dann benutzt man zu wenig gaffer tape.

00:48:30: Also so MacGyver-mäßig muss man einfach alles selber auch improvisieren, nicht mehr entnehme ich dem.

00:48:34: Ja das Neuste was wir jetzt immer an Bord haben ist eine Errungenschaft von Stefan Kreuer der sie mit nimmt.

00:48:40: Das sind portable Kaffeemaschinen die sogar während der Autofahrt einem frisch gebrühten Kaffee liefern.

00:48:47: Das hilft, wenn man tausende Kilometer durch Europa fährt und seine Messgeräte das Boot auf einem Anhänger oder die großen Messgeräter mit sich führt um wach zu bleiben.

00:48:57: Und an spannende Orte zu gelangen.

00:48:59: Ja

00:49:00: ihr könnt mir vorstellen wo auch immer ihr seid jetzt irgendwo in Schweden oder in Deutschland um Wikingergräber zur Kunden oder mit euren Gerätschaften über Wiesen-und Ecker fährt dass es auch zu Begegnungen mit Anreinerinnen und Anreinern kommt, dass sie neugierig sind, dass die Fragen stellen.

00:49:14: gibt's

00:49:14: da

00:49:15: auch Kuriositäten zu berichten?

00:49:17: Das Faszinierende ist, wenn man im Messfahrzeug sitzt sei es auf dem Boot in den Niederlanden oder auf dem Radertraktor in Schweden.

00:49:26: Dass man sich überlegt was war hier mal?

00:49:29: Was stand hier?

00:49:30: Was hat sich hier abgespielt?

00:49:31: Man weiß es gab hier Häuser Es gab Wege Gräber Und dann kommen die heutigen Menschen begegnen einem auf den Feldern der Landwirt, dem das Feld gehört mit dem man ins Gespräch kommt.

00:49:44: Besucher, Touristen, die einfragen was man dort denn... Und diese Begegnungen, gerade mit der Lokalbevölkerung können unheimlich wertvoll sein.

00:49:55: Jetzt gerade letzte Woche mit den Ausdannfischern in Jersicke und in den Niederlanden, die einem erzählen, wo wir besser nicht mit den Sonargeräten hinfahren sollten weil sich Unterwasserhindernisse befinden könnten in Form von diesen Ausdankkästen, die dort ausgesetzt sind oder wo wir was am ehesten vermuten könnten.

00:50:14: Man muss dabei aufpassen, dass man dann die Messgeräte während man sich mit dem lokalen Landwirt unterhält nicht einfach laufen lässt.

00:50:21: Da habe ich den Kollegen Alias Hinterleitner von der Geosphere Austria schon dazu gebracht das er eigene Filter entwickeln musste um Daten herauszuschneiden, während der Traktor stille Stand und ich eine halbe Stunde mit dem lokalen Landwirt geredet habe.

00:50:36: Und das Radargerät nicht ausgeschaltet hatte.

00:50:39: damit man dann eben solche redundanten Informationen nicht enorm groß werden können.

00:50:44: Mit bearbeiten muss wurden spezielle Filter entwickelt.

00:50:47: in Stonehenge sind es die Touristen die Crop Circles suchen also Zeichen außerirdischer wie sie meinen in den Feldern dort rundherum.

00:50:59: Was gefällt dir am meisten an der Feldforschung und was ist besonders anstrengend bzw.

00:51:04: auch unglamorös daran?

00:51:06: Das Faszinierendste an der Arbeit, an der Feldforschung und an der archäologischen Prospektion ist, Entdeckerspielen zu dürfen.

00:51:14: Dass man tatsächlich am Ende des Messtages wenn die Daten bearbeitet und visualisiert werden Dinge entdecken kann, die viele hundert oder viele tausend Jahre niemand mehr gesehen hat.

00:51:25: das ist eine art wissenschaftliche Schatzsuche.

00:51:27: Und da komme ich zurück zu dem dass Ich als Sachensucher angefangen habe und es macht mir immer noch großen Spaß Sachen zu finden, zu entdecken und es ist ein Privileg das beruflich tun zu dürfen.

00:51:40: Wenn du jetzt über eine Zeitmaschine verfügen würdest und du steigst in den DeLorean ein welche Jahreszahl gibst du ein?

00:51:46: Und welchen Ort?

00:51:47: wenn ich eine Zeit Maschine besteigen dürfte würde ich in das Jahr achthundert nach Christus nach Birka auf der Insel Björk über Schweden fahren nicht um zu interagieren, sondern nur um zu beobachten was sich dort abgespielt hat wie diese Siedlung aussah.

00:52:03: Wie das Gräberfeld aussah, was dort stattfand um meine Interpretationen nachschärfen zu können.

00:52:10: Wie hat dein Beruf deinen Blick auf die Vergangenheit verändert?

00:52:14: Die Vergangenkeit war vermutlich viel nuancierter als wir das oft simplifiziert uns vorstellen und in meiner Sicht ist dass die Menschen auch früher mit denselben Problemen sich herumgeschlagen haben.

00:52:28: Sei es Liebeskummer, sei es ein Chef der einem auf die Nerven geht oder dass man Tätigkeiten tun muss wenn man lieber etwas anderes tun müsste.

00:52:37: ich vermute das hat sich über die Jahrtausende gar nicht so stark geändert.

00:52:41: Die Lebensbedingungen, die wir heute haben auch wenn wir oft daran herum kritisieren was noch besser sein könnte ganz fantastischen Umständen in Bezug auf die Gesundheitsversorgung, im Bezug auch die Lebenserwartungen auf die Qualität und den Luxus und die Bequemlichkeiten, die wir uns erlauben

00:53:01: können.

00:53:02: So!

00:53:02: Und jetzt hast du einmal frei?

00:53:04: Du bist jetzt zurück von der Feldforschung.

00:53:06: Du hast jetzt noch ein paar Tage hier am Institut und dann geht's in den Urlaub.

00:53:11: Schaffst du es dass du ohne?

00:53:15: Ich habe keinen Metalldetektor, aber ich habe meiner Tochter einen geschenkt.

00:53:19: Nachdem wir während Covid zu viele Goldsuchersendungen auf DMAX geschaut haben und sie gerne mit mir in Australien gold suchen gehen wollte... ...ich nehme keine Metalldetktorin irgendwohin mit!

00:53:30: Ich nehme die Arbeit natürlich mit nach Hause und auch in den Urlaub weil man nicht einfach abschalten kann.

00:53:37: Das ist das Problem, wenn man das Hobby zum Beruf macht.

00:53:41: Da ist es wichtig, dass man mehrere Standbeine hat.

00:53:44: Idealerweise hat man drei Standbeinen.

00:53:46: Das eine ist ein Beruf der einen ausfüllt oder der einem meisten Spaß macht.

00:53:50: Das andere ist eine Hobby- oder etwas was einen interessiert und dann idealerweise noch Familie, Partner auf die man sich verlassen kann.

00:53:59: Wie ich dich gegoogelt habe, habe ich auch ein Musikstück von dir gefunden.

00:54:03: oder war das eine einmalige Sache?

00:54:05: Die Behörden haben alles richtig gemacht.

00:54:13: Wir haben am sechsten März

00:54:16: die richtigen Maßnahmen getroffen.

00:54:18: Das war nur ein einmaliger Zusammenschnitt, wo aus einer Sendung jedes Mal wenn gesagt wurde wir haben alles richtig gemacht.

00:54:29: Die Behörden haben alle richtig gemacht und auch der Krisenstach.

00:54:32: Durch einen Tiroler ich weiß nicht was Landeshauptmann das hat sich nicht weiterentwickelt.

00:54:36: Ich habe es vielversprechend gefunden aber vielleicht... Ein One-Hit-Wonder sozusagen.

00:54:42: Gut,

00:54:43: dann schauen wir noch ganz kurz in die Zukunft.

00:54:45: gibt es ungelöste Rätsel, die du selber noch gerne knacken würdest?

00:54:49: oder was sind denn auch konkrete nächste Schritte für dich jetzt?

00:54:52: Die nächsten Schritte sind es tatsächlich die Methoden noch weiter zu verfeinern, noch bessere Instrumente einzusetzen um genauere Daten über den Untergrund zu erhalten sowohl an Land wie auch unter Wasser.

00:55:07: Da arbeiten wir mit den Geräteherstellern eng zusammen.

00:55:11: Wir arbeiten daran Messgeräte autonom durchs Gelände fahren zu lassen, aber auch daran nicht nur den Untergrund sondern zeitgleich die Oberfläche detailliert aufzunehmen also zu digitalisieren.

00:55:23: Wir haben gezeigt dass wir sehr schön auf offenen Wiesen und Feldern messen können und archäologische Prospektion betreiben können.

00:55:29: jetzt möchten wir in die komplizierten Bereiche gehen.

00:55:32: das sind beispielsweise Wälder.

00:55:34: Wälden haben den Vorteil wenn sie in den letzten fünfzig Jahren nicht industriell abgeerntet wurden oder dort gepflügt wurde dass sich dort die Archäologie bis an die Oberfläche erhalten haben sollte, während auf.

00:55:46: heutigen landwirtschaftlich genutzten Flächen, die obersten dreißig Zentimeter durch den Flug umgerührt sind.

00:55:51: Also die erhaltene Archäologie erst in dreizig fünfunddreißig Centimeter Tiefe beginnt.

00:55:56: das Problem in den Wäldern ist nicht dass die geophysikalischen Messgeräte nicht funktionieren.

00:56:00: Das Problem ist, dass wir uns dort positionieren müssen und die traditionellen Positionierungs Systeme funktionieren Nicht zufriedenstellend in den Weltern.

00:56:09: aber da gibt es neue technologische Entwicklungen die jetzt auch bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos zum Einsatz kommen, sei es über visuelle Aufnahmen und Stereografie oder aber durch Laserscanner dass man die Möglichkeiten besitzt sich in beliebigen Umgebungen ganz genau zu positionieren.

00:56:30: Also es bleibt spannend.

00:56:31: wir werden wieder darüber berichten hoffentlich einmal in der Zukunft.

00:56:35: und jetzt wünsche ich dir aber mal schon alles Gute einen schönen Urlaub Und ich bedanke mich jetzt nicht für das spannende Gespräch.

00:56:44: Vielen Dank!

00:56:56: Moderne Sachensucher und Archäologinnen kommen also ganz schön herum, und dürfen immer wieder darauf hoffen dem Untergrund neue Mysterien vergangener Epochen zu entlocken.

00:57:06: Wir haben aber auch erfahren wie sehr auch diese Schätze im Boden und im Wasser bereits durch die Klimakrise bedroht sind direkt durch vermehrte Extremwerteereignisse und Erosion oder indirekt durch die starke Ausbreitung invasiv verarten.

00:57:20: Auch in diesem Sommer jagt wieder ein Temperaturrekord den nächsten.

00:57:24: Zu wissen, was die Hitze mit unserer körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit macht und wie wir besser mit der Belastung zurechtkommen können wird immer wichtiger!

00:57:34: Mehr dazu – und viele weitere spannende Themen findet ihr in Rudolfina dem

00:57:38: Wissenschaftsmagazin

00:57:39: der Uni Wien.

00:57:40: In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen kühlen Kopf und freue mich auf ein Wiederhören bei an der Quelle.

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