Große Räume für kleine Sprachen
Shownotes
Artikel und Fotos zur aktuellen Folge: https://rudolphina.univie.ac.at/podcast-folge-26-grosse-raeume-fuer-kleine-sprachen
Projekt Rise Up: https://www.riseupproject.eu/
Verwendete Clips aus dem Projekt Rise Up für das Intro: Aranesisch (Song) https://www.youtube.com/watch?v=pVwZjHHOjQ4 Seto: https://www.youtube.com/watch?v=XN3Gr929NLw Kornisch: https://youtu.be/fvvkxb_NRgQ Aromanisch: https://www.youtube.com/watch?v=YJNq0Dyaj-4 Burgenlandkroatisch: https://www.youtube.com/watch?v=r9MoMPYvXb0&
Arbeitsbereich Sprachlehr- und -lernforschung: https://lehrerinnenbildung.univie.ac.at/arbeitsbereiche/sprachlehr-und-lernforschung/
Webseite Eva Vetter: https://lehrerinnenbildung.univie.ac.at/arbeitsbereiche/sprachlehr-und-lernforschung/team/eva-vetter/
Europäischer Tag der Sprachen: https://edl.ecml.at/de/Home
Buch "Sprachenpolitik in Österreich" (Open Access): https://www.degruyterbrill.com/de/document/doi/10.1515/9783111329130/html?
Mehrsprachigkeit im Herzen einer Kultur der Demokratie, Video im Rahmen des Europarat-Projekts ARPIDE: https://www.youtube.com/watch?v=sZfPFfPagdY&t=25s
Signation, Musik, Produktion und Gestaltung: Mario Wasserfaller
Sprecherin Info-Segmente: Siegrun Herzog
Kontakt zur Redaktion: mailto:podcast.communications@univie.ac.at
Alle bisherigen Folgen von An der Quelle: https://rudolphina.univie.ac.at/podcast-an-der-quelle
Transkript anzeigen
00:00:07:
00:00:26: gewöhnliche Klänge, ein eingängiger Beat und eine ungewöhnlichen Sprache.
00:00:31: Der Song stammt von Aledé Sanz, einer aranesischen Musikerin und Aktivistin.
00:00:37: Aranésisch ist eine von nur ein paar tausend menschengesprochene Sprache im Val d'Arran – einem Tal in den spanischen Pyrenäen an der Grenze zu Frankreich.
00:00:46: Aufgenommen hat Aledédé den Song im Rahmen einer Künstlerresidenz für minorisierte Sprachen im EU-Projekt Rise Up!
00:00:57: Dass im Jänner, die Projekte beendete hat sich zum Ziel gesetzt, die Sichtbarkeit, Nutzung und Weitergabe von minorisierten Sprachen zu stärken.
00:01:06: Damit sind Sprachengemeinde von vergleichsweise wenigen Menschen gesprochen werden und gegenüber einer vorherrschenden Sprache weniger Raum- und Einfluss in der Gesellschaft haben.
00:01:17: Also ich war mit der Wiener Gruppe damit beschäftigt dass wir Strategien und Methoden
00:01:23: zur
00:01:23: Revitalisierung von minorisierten Sprachen ausgearbeitet haben und das zunächst mal auf diese fünf Sprachen vom Rise Up bezogen haben, aber dann auch versucht haben es auszuweiten.
00:01:36: Das ist Eva Fetter die angewandte Sprachwissenschaftlerin und Professorin für Fachdidaktik sowie Sprachlehr- und Lernforschung an der Uni Wien beschäftigt sich intensiv mit minorisierten Sprachen, aber unter anderem auch mit Sprachkonflikten oder Unterrichtsforschungen.
00:01:52: Als ehemaliger Lehrerin ist es ihr ein besonderes Anliegen, Mehrsprachigkeit an Schulen nicht als Problem sondern als Reichtum, Vielfalt und eine Grundlage für die Demokratie zu betrachten.
00:02:05: Was minorisierte Sprachen genau sind?
00:02:07: Warum es wichtig ist sie zu erhalten und was man zur ihrer Revitalisierung unternehmen kann habe ich eben bei einem Besuch am Zentrum für Lehrerinnenbildung im neunten Bezirk gefragt.
00:02:17: Doch zuvor hören wir noch ein paar kurze Schnipsel der anderen vier Sprachen außeraranäsisch Mit denen sich Reis Ab befasst hat.
00:02:25: Denn Anfang macht Seto.
00:02:35: Dann armonisch?
00:02:47: Kornisch... Und schließlich Burgenland-Kroatisch.
00:03:07: Die Clips stammen von der Projektwebseite, wo ihr ausführliche Informationen und noch weitere künstlerische Beiträge finden könnt.
00:03:14: Den Link gibt es in den Show Notes.
00:03:17: Mein Name ist Mario Wasserfaller und ich heiße euch herzlich willkommen bei einer neuen Folge an der Quelle!
00:03:35: an der Quelle.
00:03:36: Der Podcast von Rudolf Fiener, dem Wissenschaftsmagazin
00:03:54: Siebentausend Sprachen der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts verschwinden könnten.
00:04:06: Ab wann gilt denn eine Sprache als gefährdet?
00:04:09: Gibt es da auch sogenannte Kipppunkte?
00:04:13: Ja, eine Sprach gilt dann als gefährdert wenn sie über längere Zeit Ansprecherinnen verliert.
00:04:20: also eigentlich alle Sprachen deren Sprecher in den Gemeinschaft kleiner wird sind in einem potentiellen Status der Gefährdung.
00:04:29: Das ist es weniger dramatisch, wenn es sich um Sprecherinnen in der Zahl von zweihundertfünfzigtausend unter so Handel, aber natürlich viel dramatischer, wenn das um Sprachen geht die nur mehr zehn Sprachverwenderinnen haben.
00:04:43: Und der Kipppunkt, über den sich alle einig sind, dass er tatsächlich ein Kippspunkt ist.
00:04:49: Ist wenn die letzte Person, die die Sprache als Muttersprache gesprochen hat, verwendet hat, gestorben ist dann ist die Sprach ausgestorben.
00:05:03: So
00:05:03: das ist jetzt würde ich mal sagen eine Annahme, die von vielen geteilt wird.
00:05:08: Da sind sehr viele Hintergrund-Annahmen äußerst problematisch denn das eine ist wenn eine Sprache nicht mehr als Muttersprache erworben wird oder nicht weitergegeben wird bleiben ja dennoch Reste dieser Sprache in der Gesellschaft also kurze idiomatische Wehnungen begrüßungsfloskeln.
00:05:28: es bleibt immer irgendetwas und aus diesem Grund haben sich auch dieses Kahlen zur Messung der Gefährdung von Sprachen.
00:05:37: deutlich weiterentwickelt und gehen nicht mehr so einfach davon aus, verliert.
00:05:41: Ansprecherinnen.
00:05:42: Letzte Person gestorben ist also eine ausgestorbene Sprache oder seine tote Sprache, sondern haben ein neues Kriterium eingeführt das ich sehr interessant finde nämlich gibt es Menschen die sich mit dieser Sprache identifizieren, die einen Interesse daran haben diese Sprache zu lernen und diese Sprach weiterzu verwenden.
00:06:00: Und erst wenn das nicht mehr da ist Also wenn es keine Gruppe mehr gibt Die Zugehörigkeit zu einer Sprache konstruiert, erst dann gilt die Sprache als wirklich ausgestorben.
00:06:14: So und die Frage war jetzt Gefährdung gibt es Kipppunkte?
00:06:18: Ich würde mal sagen der große Kipppunkt ist wirklich dieses Zugehöhrigkeitsgefühl sich einer Sprach annehmen.
00:06:24: diese in den Skalen heißt dann Identität.
00:06:27: Die Sprache ist Teil meiner Identität.
00:06:29: das ist wahrscheinlich der wichtigste Kipp Punkt.
00:06:31: natürlich gibt's auch andere Kipppunkte.
00:06:35: Einer wäre diese intergenerationelle Weitergabe, also wenn die Eltern die Sprache nicht mehr an die Kinder weitergeben und zwar in großem Ausmaß dann ist das ein deutliches Zeichen für
00:06:47: Gefährdung.".
00:06:48: Die UNESCO hatte ja sechs Grade der Bedrohungen auch eingeführt von sicher bis ausgestorben.
00:06:56: Und das hat man aber erweitert.
00:06:57: Das hat man sinnvollerweise erweitern, um das Kriterium der gibt es noch eine Gruppe die sich identifiziert mit einer Sprache und gleichzeitig auch dieses Label ausgestorben ist ja höchst in Diskussion.
00:07:10: Da ist eben das Beispiel des Kornischen dass wir im Projekt untersucht haben recht interessant weil keine Einigkeit besteht ob diese Sprache ausgestoben ist oder nicht im achttenten Jahrhundert.
00:07:20: sehr bekannt ist die letzte Verwenderin angeblich im achtzehn Jahrhunderte als wurde die Sprache immer noch von viel Neues ausgestorben, bezeichnet.
00:07:31: Aber tatsächlich war sie nie ganz weg sondern immer in gewissen Verwendungsweisen vorhanden.
00:07:39: und die Revitalisierung jetzt kann natürlich auch etwas auf.
00:07:43: Aber das klingt jetzt ein bisschen wie Haarspalterei.
00:07:45: Es ist aber sehr, sehr wichtig für den Schutz der Sprache, weil eine ausgestorbene Sprache wird zum Beispiel nicht in die europäischen Schutzzysteme aufgenommen.
00:07:54: und für Cornish was sehr wichtig dass man erklären konnte, dass die Sprache nicht wirklich ausgestorben ist und so kann sie ja in die Rahmenkonvention des Europarats aufgenommen werden und hat somit einen gewissen Schutz im europäischen Rechtssystem.
00:08:08: also das was uns vielleicht ein bisschen Ja, nicht so wichtig scheint.
00:08:12: Im ersten Moment kann dann eine große Bedeutung
00:08:15: bekommen.
00:08:16: Warum ist denn die Erhaltung von gefährdeten Sprachen so wichtig?
00:08:20: Vielleicht ist es eh klar.
00:08:23: Man denkt ja logisch dass das wichtig ist aber was sind nämlich Gründe?
00:08:27: Also das fällt man deswegen schwer zu beantworten, weil die Gründe für verschiedene Interessensgruppe unterschiedlich sind.
00:08:34: Manche Linguisten interessieren sich für bestimmte Eigenschaften von Sprachen.
00:08:38: Beispielsweise eine Sprache, die aus ganz vielen Konsonanten besteht und kaum Vokale hat – hätte man diese Sprache nicht gekannt?
00:08:45: Hätte man gar nicht gewusst, dass es überhaupt möglich ist auf diese Art und Weise zu kommunizieren?
00:08:51: Das ist nicht unbedingt das was mein Hauptinteresse ist.
00:08:55: Gleichzeitig sind Sprachen immer auch eine Verbindung mit anderen Menschen und eine Verbindung mit der Welt, die mich umgibt.
00:09:01: Also dieses Erkennen der Welt – dieses Darstellen der Welt!
00:09:05: Ich würde jetzt nicht die Idee des Gefangens in einer Sprache unterstreichen sein.
00:09:11: die Sprache auch transzentieren.
00:09:13: Also wir sind nicht gefangen in dem, was wir sprachlich ausdrücken können.
00:09:18: aber die Sprachen-Öffnungsperspektiven und wenn ich Sprachen verliere dann gehen diese Perspektiven verloren und sehr häufig sind es kulturelle Perspektive auch die Benennung der Umgebung wichtig.
00:09:33: Die Ökologie, also Kenntnisse über ökologische Zusammenhänge die jetzt insbesondere in Zeichen der Klimakrise sehr wichtig sind.
00:09:41: Also das sind alles so Überlegungen weshalb es wichtig ist diese Perspektiven, diese Kenntnisse möglichst nicht zu verlieren und mein Fokus gilt aber der Gesellschaft, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt wo es auch Bedeutsam ist und zwar bedeutsam für Frieden, für Demokratie.
00:10:02: Für das Zusammenleben zwischen Menschen weil die Gefährdung von Sprachen auch die Gefährtung der Menschen ist, die Sprachen verwenden.
00:10:10: Sprachen verschwinden nicht einfach.
00:10:12: also in den seltensten Fällen ist es eben ein Vulkanausbruch der eine Sprache zum Verschwinden bringt.
00:10:18: Zum meisten sind es Machtstrukturen macht Asymmetrie Verwenderinnen mancher Sprachen begünstigen und mancher eben benachteiligen.
00:10:30: Und das führt zu unfrieden Konflikt, und das ist auch der Punkt, der mich interessiert und gleichzeitig eben dieser Reichtum an Wohlbefinden.
00:10:41: also in der Forschung nennt man das jetzt die jüngste Well-Being durch Spracherhalt Der Gewinn den man hat wenn man sprachliche Diversität behalten kann.
00:10:55: Wie kann man das auch abgrenzen vielleicht?
00:10:57: Eine gefährdete eine minorisierte Sprache und einen starken Dialekt innerhalb einer Sprache?
00:11:05: Das ist eine sehr interessante Frage.
00:11:07: Ja, das ist wirklich eine gute Frage!
00:11:10: Ich müsste eigentlich darauf sagen man kann nicht ja.
00:11:12: also es ist ganz schwer abgrenzbar und letztlich ist es eine politische Entscheidung.
00:11:17: Also die Dialekte haben sich immer wieder zu sprachen entwickelt aber das hat keine linguistische Basis sondern das hat eine politischen Basis.
00:11:26: also wenn das letze burgische vom Deutschen zum Letteburgischen mutiert ist, dann war das einfach ein politischer Akt Mitte der achtziger Jahre wo man gesagt hat.
00:11:34: Das ist jetzt eine eigene Sprache.
00:11:37: Also gerade bei gefährdeten Sprachen ist es oft sehr schwierig festzustellen denen fehlt sehr häufig dieses Dach dass sich entwickelt wenn ein Sprache unterrichtet wird.
00:11:47: Wenn sie nicht unterrichtelt werden dann entwickeln Sie sich als vehicular sprachen also als Sprachen in der Verwendung leicht auch auseinander und man hat den Eindruck verschiedene Sprachen und dieses trennende Sprachen führt dann letztlich auch dazu, dass sie sich als schwächer empfinden und kleiner empfinden.
00:12:06: Und nicht mehr zugehörig empfinden.
00:12:10: also die Frage Dialekt und Sprache ist eine heike schwierige und etwas was unbedingt ausdiskutiert werden muss im Zuge von Revitalisierung.
00:12:22: Wie ist denn die Situation aus deiner Sicht in Österreich?
00:12:26: Wir haben jetzt heuer fünfzig Jahre Jubiläum des Volksgruppengesetzes.
00:12:31: Und wie stellt sich die Situation für dich da, für Minderheitensprachen in Österreich?
00:12:35: Ja also das Volksgruppengesetz ist natürlich ein Gesetz, dass territoriale Rechte zugesichert hat und insofern etwas wofür es sich gelohnt hat, sich einzusetzen.
00:12:49: Das sage ich deshalb, weil das Volksgruppengesetz zwar etwas vorsieht.
00:12:52: Wofür sich aber die Volksgruppe selbst immer wieder kontinuierlich einsetzen müssen?
00:12:57: D.h.,
00:12:57: die Durchsetzung der Rechte war ein ständiger Kampf!
00:13:00: Wenn wir jetzt auf die Dialekte zurückkommen dann ist es schon was auch in Österreich ein Thema ist.
00:13:06: Weil beispielsweise im Burgenland die Ort-Dialekte jene Sprachverwendungsweisen sind zu denen die größte Identifikation besteht also man identifiziert sich mit dem Ort mit dem Dorf.
00:13:18: Gleichzeitig gibt es auch einen Standard, der Standard ist eher das Neutale aber da ist das Herz nicht so dabei was sehr gut ist dass es das gibt das ist das was in der Schule dann auch unterrichtet wird.
00:13:30: Und die Volksgruppen haben durch dieses Volksgruppengesetz den Schutz, haben auch territorial bestimmte Rechte für die sie sich ständig einsetzen müssen.
00:13:40: Aber die Volksruppen sind einfach keine stabile Entität, die in den Territorien verhaftet ist wo sie geschützt sind sondern die bewegen sich so wie alle anderen Menschen in Österreich auch und außerhalb Österreichs.
00:13:52: das heißt der Schutz ist für Wien, wo sich sehr viele Bundlandgratinnen aber auch Slowen-Innen aufhalten dort nicht mehr gegeben.
00:14:01: Und das heißt damit will ich sagen dass das Volksgruppengesetz eine gute Basis ist für Sichtbarkeit und so weiter, aber dass man im Zuge der vielen Jahrzehnte die vergangen sind auch über eine Aktualisierung nachdenken kann und sollte.
00:14:17: zusätzlich kommt, also da gibt es eh Arbeiten.
00:14:19: dazu ist natürlich der Begriff Volksgruppe ein problematischer Begriff.
00:14:28: In Österreich regelt das Volksgruppengesetz seit neunzehntsechsundsiebzig die rechtliche Stellung der Autochtonen-Volksgruppen.
00:14:35: Es verpflichtet die Republik ihre Sprache und Kultur sowie ihren Bestand und ihre Erhaltung zu achten, zu sichern und zu fördern.
00:14:42: Als Volksgruppen gelten Gruppen österreichischer StaatsbürgerInnen mit nicht deutscher Muttersprache und eigenem Volkstum, die in Teilen Österreichs wohnhaft und beheimatet sind.
00:14:52: Heute sind sechs autochtone Volksgruppe
00:14:54: anerkannt – Kroatinnen,
00:14:56: Slowen-Innen, Ungarinnen, Tschech-Innnen, Slovakiennen und Roma.
00:15:01: Das Gesetz sieht unter anderem Volksgruppeenbeiräte Förderungen sowie Regelungen zur Verbindung von Volksgruppensprachen als Amtssprachen und zu zweisprachigen Ortsbezeichnungen vor.
00:15:12: Die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe ist freiwillig.
00:15:15: Niemand muss ihn nachweisen!
00:15:16: Auf europäischer Ebene soll die nineteen-achtundneunzig in Kraft getretene europäische Charter der regional oder minderheiten
00:15:23: Sprachen
00:15:24: sprachliche Vielfalt schützen und fördern.
00:15:27: Die Vertragsstaaten verpflichten sich, regional und minderheitensprachen im Bereich in Gebildung Verwaltung Justiz Medien und Kultur aktiv zu fördern.
00:15:36: Ziel ist, dass diese Sprachen nicht nur im privaten Bereich sondern auch im öffentlichen Leben verwendet werden können.
00:15:43: Die Charter gilt nicht für Dialekte oder für Sprachen die mit neueren Migrationsbewegungen verbunden sind.
00:15:50: Und auf der europäischen Ebene ist es vielleicht nicht direkt vergleichbar aber ähnlich mit der europäischen Charter der regional- oder minderheiten Sprachen das zwar gibt, die einen Rechtsrahmen vorsieht, der aber nicht so verbindlich ist.
00:16:04: Ja, also eine Problematik ist schon das migrierende Sprachen und sprachender Migration nicht erfasst werden.
00:16:11: Sondern es geht um historische Regional- und Minderheitensprachen.
00:16:16: Somit schafft die Charter ein Ungleichgewicht.
00:16:20: Bildet also nicht wirklich die Gegenwartensprache?
00:16:22: Die wirkliche
00:16:23: Mehrsprachigkeit auch.
00:16:23: Das ist ganz klar!
00:16:24: Zum anderen ist es so dass Sprachen, die jetzt nicht an einem Ort verortet sind sondern wanderte Sprachen auch schwieriger erfasst.
00:16:34: auch man es ist jetzt schon drinnen, aber das ist schwieriger und jüdisch nicht erfasst.
00:16:41: Das ist wirklich problematisch.
00:16:43: Und dann ist es natürlich den Staaten frei zu welchen der Maßnahmen sie sich verpflichten?
00:16:49: Es gibt ganz viel Kritik daran, aber ich muss trotzdem sagen... Ich kann mich noch erinnern wie das eintonachtundneinzig ratifiziert wurde also in Kraft getreten ist nach diesen ersten Ratifizierungen.
00:17:01: Und also die Charter hat schon eine Wirkung, indem sie an ein Monitoring-System gebunden ist.
00:17:08: Genauso wie die Rahmenrechtskonvention.
00:17:11: Also da gibt es einen Monitoring wo überprüft wird, ob die Staaten das einhalten was sie versprechen und es gibt regelmäßige Berichte.
00:17:18: Und diese Berichte auch wenn Sie nicht immer eingehalten werden aber sie geben uns Auskunft darüber wie es um die regionalen und minderheiten Sprachen steht.
00:17:28: Aber anscheinend ist auch viel Eigen-Initiative gefragt und diverse Projekte, die es so gibt in den Ländern.
00:17:34: Welche Möglichkeiten hat man denn gefährdete Sprachen zu bewahren?
00:17:39: Jetzt von Musik über Kunst bis hin zur künstlicher Intelligenz – was gibt's denn?
00:17:46: alles, was so gemacht wird?
00:17:48: Ich finde gut, dass du das angesprochen hast mit der Eigen- Initiative.
00:17:51: Das ist ein ganz wichtiger Punkt!
00:17:54: Also ich kenn keine minorisierte Gruppe, die nicht extrem aktivistisch unterwegs wäre um sich für ihre Sprache einzusetzen und dann Erfolg hätte.
00:18:05: Ja also das ist wirklich, dass es einfach Teil dieses gefährdet Seins und Diversität bewahren wollen ja.
00:18:12: Das ist ganz wichtig.
00:18:13: Das finde ich schön, dass du das ansprichst.
00:18:17: Welche Möglichkeiten es gibt?
00:18:20: Wir sehen zumindest in Europa, dass diese Weitergabe in der Familie einfach nicht mehr funktioniert in den meisten Fällen ausläuft.
00:18:29: Also hat die Bildung einen wichtigen Anteil, die schulische Bildung aber auch die Bildungs der Eltern also die außerschulischen Bildung die Sprachkurse und so.
00:18:39: das ist ein ganz ein wichtiger Faktor.
00:18:41: Und da sehen wir dass diese eben auch aus dem Aktivismus Aus der Graswurzel Bewegungen aus entstandenen Schulen assoziative Schulen in ganz Westeuropa Dass sie wirklich gute Erfolge haben Das Kinder Sprachkompetenzen entwickeln in minorisierten Sprachen wie kathalanisch, britonisch und so weiter.
00:19:03: Mit denen sie etwas anfangen können wo sie sich im Leben bewegen können, wo sie sprachlich handlungsfähig sind.
00:19:08: Und natürlich die technologische Entwicklung spielt vielleicht auch ein bisschen in die Hände wenn man solche Aktionen oder Initiativen setzen will.
00:19:17: Künstliche Intelligenz, die vielleicht da ein bisschen hilft im Hintergrund?
00:19:22: Ja das ist ein sehr heikles Thema.
00:19:27: Ich finde es ein extrem spannendes Thema.
00:19:30: Es ist nur ein Thema, das in meinen Augen mit zu viel Hoffnungen und Illusionen verbunden ist.
00:19:36: Die künstliche Intelligenz wird unsere Minderheitensprachen retten – wir die ganz sicherlich nicht!
00:19:41: Wir werden lernen müssen, die KI im Sinne der minorisierten Sprachen zu verwenden minorisierte Sprachen auf dem Modell der großen Sprachen, wie englisch-französisch die riesige Körperer haben und wo sich Sprachmodelle wesentlich leichter entwickeln lassen.
00:20:01: Auch Sprachmodelle, die gut funktionieren, dass minorisierte Sprachen versuchen das zu kopieren – und das kann einfach nicht!
00:20:08: Was ist denn unter Korporar genau zu verstehen?
00:20:10: Ein Korpus ist eine Ansammlung von Texten in einer bestimmten Sprache.
00:20:15: Wo einfach alles gesammelt wird, schneller weniger seiner Sprache und ja genau.
00:20:21: Und worin liegen denn diese vielleicht verfehlten Hoffnungen?
00:20:24: also was sind die Projektionen was KI dann machen könnte oder behervormen?
00:20:29: Ja dass die Projektion ist.
00:20:31: zum Beispiel naja wenn ich schon keine Sprecherinnen mehr habe die meine minorisierte Sprache spricht Dann rede ich mit der KI.
00:20:40: Aber ich kann mich erinnern, wie die KI ... Also JGPD hat plötzlich fünfzehn minorisierte Sprachen aufgenommen und hat mal einen Freund aus der Britannien ein Mail geschrieben auf Deutsch sich das übersetzen lassen von Brittonisch auf Deutsch durch die KI und da hat am Anfang nichts gestimmt, weder das Datum eines Termins gar nicht.
00:21:00: Mittlerweile ist es schon ein bisschen besser geworden aber wir die minorisierten Sprachen werden nie mithalten können mit diesen large language models.
00:21:07: also man muss sich überlegen wie man small language Models schafft Und da gibt es sehr viele Arbeiten dazu und insofern finde ich schon, dass die Sprachbewahrung stützen wird.
00:21:19: Also ich teile die Hoffnung aber eben man muss einen eigenen Weg finden genauso wie die Minderheiten sprachenpädagogik an.
00:21:26: das ist als Fremdsprachenpädagogik.
00:21:27: ja was macht einen Unterschied?
00:21:32: Auf der Erde gibt es eine enorme sprachliche Vielfalt.
00:21:35: Die UNESCO dokumentiert acht tausend dreihundert vierundzwanzig Sprachen.
00:21:39: rund siebentausend davon sind heute noch im Gebrauch.
00:21:43: Doch diese Vielfalt ist massiv bedroht, rund vierzig Prozent der Sprachen gelten als gefährdet.
00:21:49: Im Durchschnitt geht weltweit alle zwei Wochen eine Sprache verloren.
00:21:53: Gleichzeitig konzentriert sich die weltweite Sprachverwendung auf wenige große Sprachen.
00:21:58: Nach der Gesamtzahl der Sprecherinnen zählen Englisch, Mandarin chinesisch, Hindi, spanisch und modernes Standard Arabisch zu den fünf meistgesprochenen Sprachen der Welt.
00:22:09: Besonders im digitalen Raum ist diese Dominanz sichtbar.
00:22:13: Zwanzig-einenzwanzig entfielen siebenundsiebzig Prozent der Kommunikation im Cyberspace auf nur zehn Sprachen.
00:22:20: Die UNESCO sieht im Verlust einer Sprache deshalb weit mehr als den Verluste eines Kommunikationsmittels Übersprache.
00:22:27: werden Wissen, Erfahrungen und mündliche Traditionen von einer Generation an die nächste weitergegeben?
00:22:33: Verschwindet eine Sprache kann damit auch dieses Wissen verloren gehen Von Geschichten und historischen Erfahrungen bis zu kulturellen Praktiken und Traditionen.
00:22:43: Wenn wir schon auf der konkreten Ebene bleiben, es gibt ein großes EU-Projekt namens Rise Up, das du von Wien aus geleitet hast.
00:22:52: Worum ist es dabei denn gegangen?
00:22:54: Was war deine Rolle darin und welche Ergebnisse hat es dir
00:22:58: hervorgebracht?".
00:22:59: Also ich war mit der Wiener Gruppe damit beschäftigt, dass wir Strategien und Methoden zur Revitalisierung von minorisierten Sprachen ausgearbeitet haben.
00:23:12: und dass zunächst mal auf diese fünf Sprachen von Rise Up bezogen haben, aber dann auch versucht haben das auszuweiten.
00:23:18: Also wir waren sozusagen das Methoden- und Strategienworkpackage.
00:23:23: Jetzt müssen wir vielleicht gleich erwähnen welche Sprachen das waren weil ich als ich da zum ersten Mal gesehen habe diese Sprachen haben nur eine gekannt.
00:23:30: soll ich sie aufzählen also aranesisch aromunisch dann burgenland koatisch kornisch und setu
00:23:41: Bungländisch.
00:23:42: gratis kennst du, gell?
00:23:44: Genau.
00:23:45: Sehr
00:23:45: gut!
00:23:47: Sehto ist eine Sprache an der Grenze von Estland und Russland.
00:23:51: Dann Aranes gehört zu diesem oxytanischen Spektrum und wir haben sie in Spanien besucht, weil daran... dann Cornish ist eine kältische Sprache, Cornwall Und dieses armonisches Ja, ist eigentlich über den gesamten Balkan bis Griechenland verbreitete Sprache.
00:24:08: Hat sicher die meisten Verwenderinnen...
00:24:10: Wie seid ihr denn da vorgegangen?
00:24:11: Das heißt, ihr habt wahrscheinlich einmal die SprecherInnen dieser Sprachen gesucht, kontaktiert und habt dann über verschiedene Wege- und Methoden versucht das Ganze zu revitalisieren, hast du gesagt?
00:24:24: Wir haben uns angeschaut was passiert unter Ansatzweiben so ein Sprachökologische Ansatz.
00:24:30: Das heißt, wir haben nicht nur eine Sprache angesehen, sondern wir haben uns das sprachökologische Umfeld angesehen.
00:24:37: Welche Sprachen werden in dem Bereich noch verwendet?
00:24:39: Was sind deren Funktionen?
00:24:41: Weil einfach heute Sprachrevitalisierung nicht mehr so versteht wie ich schaue mir eine Sprach an und baue die aus und kümmere mich sozusagen nur um Setto – und das war es dann!
00:24:53: Sondern ich versuche die Ökologie.
00:24:58: Ökologie, die sprachliche Diversität zu erhalten in der Form das die minorisierte Sprache einen stabilen Platz darin hat.
00:25:07: Wir können nicht mehr davon ausgehen dass zum Beispiel Setto oder Aranesse und auch Bündel ist praktisch alle Funktionen im Leben der Menschen erfüllen wird, die Menschen verwenden zusätzlich auch Ethnische oder Deutsch Englisch alle möglichen anderen Sprachen, aber ein stabiles Ökosystem zu bilden wo ein gesicherter Platz für diese minorisierten Sprachen ist.
00:25:32: Das war unser Anliegen und da sind wir eben draufgekommen dass die Ökologien unterschiedlich sind.
00:25:39: also zum Beispiel Aranes hat eine sehr starke Behörde hinter sich, eine Behörte dieses stark unterstützt uns sehr viele Sprachkurse organisiert und auch Erwachsenenbildung macht.
00:25:50: das war ganz faszinierend während Die burgenlandkroatischen Gebiet nicht der Fall ist, also Erwachsenenbildung und so institutionalisierte Kurse und so gibt es nicht obwohl auch Bedarf da wäre.
00:26:02: Im Burgenland haben wir gesehen dass die Menschen vermissen das es Sprachverwendungsgelegenheiten gibt.
00:26:09: Das ist halt das typische an den minorisierten Sprachen.
00:26:12: wenn eine Person die Sprache nicht spricht.
00:26:15: Sprecher minorisierten Sprachen sind ja immer mehr sprachig und dann kommt eine Person dazu, die die minorisierte Sprache nicht verwendet.
00:26:21: Dann verwenden alle gleich Deutsch damit sie die Person nicht ausschließen ist okay natürlich aber die Überlegung ist wie kann man es schaffen dass man so breathing spaces also Räume zum Atmen sichere Räime für die Verwenderinnen von minorisierten Sprachen bildet?
00:26:38: Und das war unser Anteil an dem Projekt.
00:26:41: Wir haben da ein paar Strategien ausgearbeitet.
00:26:43: Ja, und welche Ansätze wurden denn ausprobiert?
00:26:46: Also man sieht auf der Webseite es gibt von Gedichten die da gesprochen werden bis hin zu Liedern die performt werden verschiedenste Ansätze.
00:26:55: also kannst du vielleicht ein paar Beispiele noch nennen.
00:26:58: ja in den Projekt das war jetzt nicht unsere Aufgabe haben wir sehr viel mit Künstlerinnen zusammen gearbeitet die dann Gedichte.
00:27:05: Wir haben eine Wander-Ausstellung gemacht, die von einem Ort zum anderen gewandert ist.
00:27:12: Also Gedichte verfasst oder gestickt haben und so Artefakte konstruiert haben.
00:27:18: Und die Künstlerinnen haben sich dann miteinander vernetzt.
00:27:22: Wir haben auch Artists Interviews mit Künstlern, die man auf der Website anhören kann.
00:27:27: Musik ist dabei!
00:27:29: Das ist der kreative Teil, wo ich das Gefühl hatte... dass so wirklich die Herzen der Menschen und auch die Zugehörigkeit sehr, sehr stark erfüllt hat.
00:27:37: Das war etwas, was extrem wichtig war.
00:27:41: Unsere Aufgabe war zu schauen, was gibt es an Möglichkeiten Sprachverwendung zu fördern?
00:27:48: Ich würde mal sagen, wir haben zwei Projekte die wir vorschlagen würden.
00:27:53: Die sind das Problem von solchen Projekten im Rahmen der drei Jahre nicht umgesetzt haben aber die wir ausgearbeitet haben.
00:28:00: Das eine ist dieses Riskiervas Linguistic Risk Taking Initiative aus Ottawa und das andere ist das Sprachendorf Icelandic Village heißt es ursprünglich.
00:28:09: Das haben wir als sprachendorff dann umgemodelt sozusagen für minorisierte Sprachen.
00:28:22: Offiziell ist das beendet mit einer Sächsenszwanzig von diesem Jahr.
00:28:26: Das heißt, es wird versucht noch daran anzuknüpfen.
00:28:28: jetzt?
00:28:29: Genau!
00:28:29: Das war auch ein bisschen so frustrierend weil du ja auch gesagt hast auf der Website geschaut aber nach drei Jahren ist das Projekt aus und ich weiß nicht wie soll ich das sagen.
00:28:38: wenn man Minderheitenforschung betreibt oder sich mit minorisierten Gruppen befasst dann keine neutrale Forschung, die einen nicht betrifft oder irgendetwas was man so abschließen kann.
00:28:50: Sondern man geht Beziehungen ein und man spürt die Hoffnungen der Menschen ja weil sie haben es einfach satt be-Forsch zu werden.
00:28:58: wir haben auch einen kollaborativen Ansatz gehabt.
00:29:01: die wollen dann auch Ergebnisse mit bearbeiten weiterentwickeln können Und deswegen versuchen wir jetzt eben über die Volksgruppenförderung zum Beispiel, die Ergebnisse des Projekts weiterzuführen.
00:29:14: Dieses Sprachendorf das aus dem isländischen Icelandic Village entstanden ist – das versuchen für bungländisch-kratisch zumindest teilweise umzusetzen.
00:29:23: Was bedeutet das konkret?
00:29:25: vielleicht in einem Satz noch?
00:29:26: In einem Satze geht es nicht!
00:29:27: In Island war das so, dass die Menschen draufgekommen sind sie würden sich gern isländisch erhalten obwohl alle Englisch können und haben dann beschlossen Es gibt spezifische Orte an denen islendisch gesprochen werden kann Und Menschen können sich auch wenn Sie islndisch erst lernen zum Beispiel ein Ticket fürs Bad auf Islandisch bestellen und die Dame, die am Schalter sitzt oder der Herr, der am Schalter sitzt antwortet langsam.
00:29:55: Also die Personen, die an diesen Orten sind haben auch ein Training bekommen.
00:29:58: wie geht man mit Sprachlernenden um?
00:30:00: Das ist nämlich sehr spannend weil so Orte wie hier spreche ich X, hier sprechere ich X die gibt es ja überall in allen minorisierten.
00:30:08: Aber ein Training für die Sprachpartnerinnen, wie gehe ich mit Leuten um, die die Sprache erst lernen?
00:30:13: Das gibt eben nicht.
00:30:14: Und das versuchen wir jetzt für Bundelindisch gratisch umzusetzen, dass wir halt Orte finden, die darauf einsteigen und wir haben es auch schon eingereicht und es ist uns Geld zugesichert worden – ein bisschen was!
00:30:26: Okay, ein sehr spannendes Projekt.
00:30:28: Das heißt es ist da auch noch alles im Fluss sowie die Sprache ja auch selbst und wir werden dann schauen wie es weitergeht damit.
00:30:36: Ein wichtiger Ort den du schon genannt hast ist die Schule.
00:30:39: was ist dir im Zusammenhang mit Sprache als ehemalige Lehrerin?
00:30:43: Den Besonderes anliegen?
00:30:45: vielleicht werden das Sachen auch immer ein bisschen missverständlich dargestellt oder falsche Akzente gesetzt.
00:30:51: Wie stellt sich die Situation für dich da?
00:30:53: Ja, es war auch schon in deiner Frage Mehrsprachigkeit oder Sprachen verknüpft mit Problem.
00:30:59: Und ich glaube das ist eine Grundannahme unter der wir nicht nur in Österreich tatsächlich leiden.
00:31:04: Wir verstehen immer noch nicht dass mehr Sprachigkeit etwas ist, das Reichtumvielfalt Perspektiveneröffnung bedeutet, dass eine Grundlage für die Demokratie darstellt.
00:31:18: Und wo wir vielleicht vor Herausforderungen stehen, das will ich jetzt gar nicht leugnen.
00:31:24: Aber wir begegnen dem jetzt institutionell sehr häufig mit Zwangangst und beides.
00:31:30: Zwang-und Angst ist das was Sprachen lernen am erfolgreichsten verhindert ja?
00:31:36: Aus diesem Grund finde ich es... also ich komme ja aus Kremse, aus einer Kleinstadt und war dann viel in Wiener Schulen.
00:31:43: Und schon allein die Projektion, die man in einer Kleinstadt hat über die Schulen in Vien sagt sehr viel darüber aus wie ich zur Mehrsprachigkeit stehe.
00:31:52: Wenn ich dann in wienerschulen gehe – es gibt ganz, ganz tolle Mittelschulen-Gymnasie in den Wien – die mehr Sprachigkeit extrem gut darstellen den Schülerinnen Möglichkeiten geben, sich zu entfalten.
00:32:06: Dann ist das eine völlig andere Welt ja also dieses zeigen können.
00:32:10: was ist möglich wenn ich Kindern den Freiraum lassen?
00:32:13: natürlich müssen alle ist es überhaupt kein Zweifel Englisch und Deutsch lernen deutsch und englisch natürlich daran besteht kein zweifel weil es wäre ja eine Entmächtigung der Kinder zu sagen ja Deutsch braucht jetzt nicht wirklich lernen stimmt nicht.
00:32:27: aber Deutsch wird sich entwickeln in einer offenen Atmosphäre, wo auch Platz für andere Sprachen ist.
00:32:34: Und die Schule als wichtigen Ausgangspunkt jeglicher Entwicklung werden wir jetzt auch gleich in dem Teil ansprechen, wo du selbst ein bisschen mehr zu bald
00:32:43: kommst.
00:32:44: noch!
00:32:49: Du hast gerade erwähnt?
00:32:58: Du bist in Krems aufgewachsen und in die Schule gegangen?
00:33:02: Bist du gerne in der Schule
00:33:03: gegangen?!
00:33:05: Ja also... Eigentlich schon, ja.
00:33:07: Die Volksschule war was Wunderbares.
00:33:10: aber das war auch nicht deswegen so wunderbar weil ich eine geniale Volksschullehrerin hatte.
00:33:16: also ich glaube ich war jetzt nicht so unkompliziert gerade am Anfang weil ich mich gefürchtet habe und dieses in Reinsitzen also wie es halt damals war.
00:33:24: aber die hat er sofort erkannt und hat mich einfach mitgenommen in diese Schule.
00:33:29: Ich war Linkshänderin.
00:33:30: damals bin noch umgewöhnt worden auf die rechte Hand.
00:33:36: Das war gar nicht so einfach.
00:33:38: Das war wirklich noch institutionalisiert in der Schule?
00:33:40: Ja, das
00:33:40: war institutionalisiert.
00:33:42: Ich hab dann, weiß ich nicht... Dann habe ich halt ein paar tiefern links und ein paar tiefen rechts geschrieben bis der Übergang sozusagen geschafft war, ja würde man jetzt natürlich nicht mehr so machen.
00:33:52: aber dennoch auch über diese Hürden bin ich in einer sehr freundschaftlichen offenen Schule drübergekommen.
00:34:00: Warst du relativ bald klar, dass dich Sprachen stark interessieren oder waren andere Sachen auch möglich, die du hättest ergreifen können?
00:34:07: Ich glaube, Sprachen war schon relativ bald gleich.
00:34:09: Aber ich habe Geografie und Französisch studiert.
00:34:12: Und Geographie war auch ziemlich klar, weil ich eben Lehrerin werden wollte... ...ich hab meine arme Schwester schon im Kindesalter gequält mit dem Schule spielen, da ich immer so gerne den ja erklärt habe.
00:34:24: Ja!
00:34:25: Ich hoffe es hat keinen Schaden bekommen.
00:34:29: Also, ich wollte Lehrerinnen werden und das bin ich dann auch geworden und siebten Jahre lang geblieben.
00:34:33: Wie war denn für dich der Übergang oder wann war da klar?
00:34:36: Du möchtest da auch irgendwie in der Forschung tätig werden oder an die Uni gehen?
00:34:40: Ja es ist eigentlich eh parallel gelaufen.
00:34:42: also nach der Dissertation habe ich immer wieder Forschungsprojekte gemacht und war der Universität immer verbunden.
00:34:49: Es war so beides Und irgendwann kam dann der Moment wo ich mich entscheiden musste
00:34:54: Und die Dissertation hat es schon mit einer
00:34:57: mithalten
00:34:57: Sprache zu tun?
00:34:58: Ja, genau.
00:35:00: Das war
00:35:01: das Bretonische.
00:35:02: Ist das ähnlich wie französisch oder...?
00:35:06: Das ist eben ganz anders... eine keltische Sprache.
00:35:09: und das hat mich wahnsinnig fasziniert, wie ich da als Oper-Mädchen nach Camper kam gesehen habe, dass die große Elterngeneration eben was anderes spricht als die Eltern.
00:35:21: Aber die Eltern verstehen noch ein bisschen was.
00:35:23: und die Kinder auf dich aufgepasst habt, die verstehen gar nichts mehr.
00:35:26: und ja das war so eine Eintauch.
00:35:28: Und verordnet ist es in der Britanie?
00:35:30: offensichtlich?
00:35:31: Ja
00:35:31: genau!
00:35:32: Und dann zieht sich das ein bissel durch.
00:35:34: bei dir diese Frankrophonie denke ich man sieht's in deinem ganzen Lebenslauf praktisch überall hat es mit Französisch zu tun.
00:35:42: Ja, obwohl für Französisch muss ich mich wirklich einsetzen in der Wissenschaft.
00:35:47: Weil englische Quellen leicht dazugänglich sind, ehar-online sehen... Also wenn ich was Französisches zitiere, muss sich das ganz bewusst tun!
00:35:55: Das andere fällt einem zu und oft ist man schon aufgefallen, ah, jetzt habe ich es wieder nicht getan, also das ist eine bewusste Entscheidung.
00:36:04: Und bretonisch lerne ich es seit dreißig Jahren und kann's immer noch nicht.
00:36:08: so dass ich einigermaßen damit zufrieden bin Ist nicht so einfach, wenn man das so... Entfernt macht.
00:36:14: Also willst du immer so viele Sprecher in den Game von
00:36:18: unter?
00:36:19: Oh ja, das ist eine große Minute.
00:36:21: Das ist also nicht direkt gefährdet, kann man jetzt sagen?
00:36:24: Doch zählt und gefährdet weil sie ... weiß ich nicht... Ich glaube es war zwanzig vierundzwanzig hatten Sie noch hundertseventeen tausend und jetzt sind's achtzigtausend.
00:36:32: die Zählen sehr, sehr genau!
00:36:34: Es ist auch eine private Initiative, die sich dann ausgeweitet hat.
00:36:37: Die Zähl in Österreich zählen wir ja nicht.
00:36:39: Wir wissen gar nicht wie viel Sprecherein wir haben haben von unseren minorisierten Sprachen.
00:36:51: Welche Sprachen sprichst du?
00:36:53: oder wie viele?
00:36:54: Gar nicht so viele, ich spreche wirklich nicht viele.
00:36:56: Also ich verwende im Alltag halt französisch-deutsch und englisch und spanisch und italienisch kann ich im akademischen Bereich sehr gut verwenden aber nicht im alltäglichen Bereich.
00:37:09: Redest du privat auch auf dem Dialekt?
00:37:12: Ich kann leider keinen Dialekt.
00:37:14: Ich bin in so einer Mischform, also in so eine Umgangssprache niederösterreichischen Umgangsprache aufgewachsen und das ist mir sehr oft zum Nachteil geworden ja?
00:37:23: Also nein, ich kann es gar nicht.
00:37:26: Gibt's in der Sprache die du gerne sprechen würdest wo du dich vielleicht einfach nicht drübergetraut hast oder die einfach nur besonders schön klingt oder so?
00:37:33: Ja, also was mir sehr leidt ist dass ich überhaupt keine einziges lavische Sprache kann.
00:37:38: Das tut mir wahnsinnig leid und ich finde das so schade ja aber ich habe jetzt momentan auch nicht die Ressourcen dafür.
00:37:44: Verstehe.
00:37:45: Bei Sprache spricht man immer wieder in dem Kontext von Macht bis hin zu Unterdrückung und das Gewalt mit Sprache beginnt und so.
00:37:53: Ist es dir da auch ein Anliegen aufzuzeigen und zu sagen wenn es der Fehlentwicklungen gibt oder Ortestuhr gerade auch fehlentwickelungen sprachlicher Natur in der Öffentlichkeit?
00:38:04: Ja, beides macht durch die Sprache selbst.
00:38:07: Also in dem manche Menschen sprachlos sind weil ihre Sprachen nicht gehört werden aber auch durch die Art und Weise wie wir sprechen also Durch Sprache Gruppen schaffen, Differenzen schaffen, Asymetrien schaffen.
00:38:22: Natürlich orte ich mit dieser Monolingualisierung die in Europa stattfindet diesem Fokus auf die Nationalsprache dieses Betonen.
00:38:33: ja das wird schon fast absurd.
00:38:35: Ich kann mich an einen Wahlplakat der letzten Wienwahl erinnern kein gutes Leben ohne gutes Deutsch Das muss man sich mal vorstellen.
00:38:42: wo diese Freude ansprache Entwickeln der Sprache, wo das völlig verloren geht und nur mehr Zwang übrig bleibt.
00:38:50: Und Sprache zum Überlebensmodus wird.
00:38:53: Das ist eine gewaltige Fehlentwicklung, die man entgegensteuern kann in der Schule.
00:38:58: Wir haben wirklich viele schöne Projekte, wo sich Kinder entwickeln können.
00:39:04: Man kommt bei Sprache und Schule.
00:39:06: zwangst du immer irgendwie zur Bildungspolitik?
00:39:09: Wenn Du eine Maßnahme setzen könntest durchsetzen könntest was wäre denn da so gut?
00:39:17: Ja, ich glaube das ist schon sehr lange in Diskussion dieses Fachsprache.
00:39:21: Das würde ich einführen und in diesem Fachsprach den Kanon einfach sprengen – den Sprachenkanon, den wir derzeit in Österreich haben und eine Offenheit für alle möglichen sprachlichen Entwicklungen lassen.
00:39:34: Wie könnte es aussehen?
00:39:35: In der Praxis?
00:39:35: Das könnte so ausschauen dass diejenigen ihr Dari Farsi entwickeln wollen, die Möglichkeit haben das zu tun auf unterschiedlicher Art und Weise.
00:39:45: Im besten Fall natürlich mit Lehrpersonen.
00:39:47: Also wir bewegen uns ja schon ein bisschen in die Richtung hin.
00:39:50: Wien hat ja... also Österreich, Wien im Besonderen, hat ja ein ganz tolles staatliches Angebot im Erstsprachenunterricht.
00:39:59: Wir haben vierundzwanzig bis sechsundzwantig Sprachen, die regelmäßig angeboten werden.
00:40:04: Und wenn diese Sprachen zum Beispiel im Zeugnis aufscheinen dürfen und benannt werden, und nicht nur erst sprach- und unterrichtsprache irgendwas sondern erst sprachenunterricht.
00:40:13: Darin ich kann zeigen Ich habe das gelernt Dann ist es eine Motivation.
00:40:17: Das ist auch mit Freude und Erfolg und so weiter verbunden.
00:40:21: Also da würde ich ansetzen
00:40:28: Wann warst du das letzte Mal sprachlos?
00:40:35: Oh Gott Ja, ich glaube das war tatsächlich in der Bretagne wo ich da auch so einem britunischen Fest war Und einfach viel zu lange gebraucht habe, um meine pretronischen Kenntnisse zu aktivieren und mich irgendwie zu beteiligen.
00:40:49: Also das war wirklich sprachlos!
00:40:51: Aber kannst du da zur Not auf das französisch switchen?
00:40:54: Wird es akzeptiert oder ist das dann ein bisschen nicht so gern gesehen?
00:40:57: Das
00:40:57: hätte ich nicht gemacht.
00:41:01: Forschung in deiner wissenschaftlichen Karriere.
00:41:03: Gibt es einen Highlight?
00:41:04: Hast du irgendetwas, was du sagst, da hast du wirklich etwas erreicht oder arbeitest du auf irgendwas?
00:41:09: Bestimmt das auch hin, was Du gerne erreichen möchtest?
00:41:12: Ja, das eine ist diese Forschungshaltung, diese Forschung zu betreiben in Kooperation, kollaborativ... partitipativ.
00:41:20: Das ist leichter gesagt als getan, weil was bedeutet das aufeinander zugehen Forschungspartnerinnen zu haben und eben nicht Forschungssubjekte oder gar Objekte sondern gemeinsam sich aufeinander einzulassen?
00:41:34: Und da haben wir jetzt beispielsweise im Anschluss an Rise Up haben uns einige Personen aus dem burgenländisch-quatischen Bereich gesagt sie würden gerne mit uns weiter in Kontakt treten.
00:41:49: Da habe ich so ein Projekt, das liegt mir am Herzen.
00:41:52: Das ist aber wirklich ein anstrengendes Projekt!
00:41:56: Diese fünfzehn Personen haben wir interviewt im Rahmen einer Lehrveranstaltung.
00:42:01: Das sind ganz tolle Interviews extrem spannend und wir haben es im Rahmen der Lehrveranstalten gemeinsam mit den Studierenden analysiert und es soll ein Themenheft der Wiener linguistischen Gazette entstehen.
00:42:13: Und ja, das ist glaube ich ein schönes kollaboratives Projekt wo man aber auch sieht wie dieses Forschung lernen.
00:42:20: Das ist auch sehr viel dabei.
00:42:21: Das habe ich am Anfang glaube ich als Lehrperson ein bisschen unterschätzt.
00:42:25: Wie schwierig es eigentlich ist Analyse zu betreiben dann zusammenzufassen große Muster zu erkennen?
00:42:31: Das ist im besten Fall wenn man mit Menschen zusammenarbeitet und die selber auch ein bissel den Methoden kennenlernen.
00:42:38: alle haben, was davon praktisch zu verstehen.
00:42:39: Ja genau das ist die Idee.
00:42:41: und dass aber immer rückspielen also Reziprotidä bevor irgendwas publiziert wird muss es zurückkommen umzuschauen ob es Akzeptanz bekommt.
00:42:48: ja das ist ganz wichtig.
00:42:50: ja.
00:42:50: und sonst was man auch noch ein anliegen is dieser Band Sprachenpolitik in Österreich.
00:42:54: Alle zehn Jahre gibt's den Band Sprachenpolitik in österreich.
00:42:57: Das ist ein schönes Projekt wo wir einfach immer so den Rückblick über die Dekaten machen und Veränderungen feststellen.
00:43:07: Es ist eigentlich gut, wenn man die Historicität nicht verliert.
00:43:10: Also ich habe oft den Eindruck... Man vergisst dann was vorher war und gerade da sieht man eben diesen deutlichen Hang zum Monoling-Wahlen Deutsch über alles und Deutsch und Englisch aber alles andere ist nicht mehr so wichtig.
00:43:20: das sieht man dann in der zeitlichen Abfolge.
00:43:23: Und ja das ist auch ein wichtiges Projekt.
00:43:26: Was machst du
00:43:26: z.B.,
00:43:27: wenn du jetzt nicht in der Uni bist hier in deinem Büro und dich mit Forschungsprojekten beschäftigst?
00:43:32: Wie schaltest Du ab?
00:43:34: Meistens im Garten Da bin ich sehr viel und das tue ich auch sehr, sehr gerne.
00:43:40: Setzen, ziehen, schneiden usw.
00:43:43: Oder auf meiner Laufstrecke, also wenn ich Zeit habe, gehe ich laufen oder manchmal auch in Bars am Abend.
00:43:53: Und sehr viel in Zügen weil ich pendle...
00:43:57: Es spielt auch Lesen eine wichtige Rolle für dich?
00:44:00: Auch Billettristik Literatur.
00:44:01: oder kommst du weniger dazu?
00:44:03: Im Urlaub schon?
00:44:04: Ja.
00:44:04: Ich komme jetzt aus dem Urlaub, ich bin ganz entspannt vom allen Urlaub!
00:44:08: Hast du Lese-Tipps mitgebracht?
00:44:13: Also das letzte Buch was ich gelesen habe war es mal wirklich in dass ich hinein gekippt bin in diesen zehn Tagen Urlaub.
00:44:19: Das war von Joachim Meyerhoff Die Zweisamkeit der Einzelgänger.
00:44:24: ein echt wirklich gutes Buch.
00:44:26: Ich wollte eigentlich man kann auch in die Höhe fallen lesen hab dann natürlich wieder vergessen das Buch einzupacken Aber mein Mann, der die Alm überhaupt nicht mag hat fünfzehn Bücher eingepackt.
00:44:36: Darunter dieses eine von Meyerhoff.
00:44:39: Das habe ich mir geschnappt und das war wirklich ...
00:44:41: Fünfzehn Bücher?
00:44:42: Das ist dann sportlich vor allem wenn es in gedruckter Form auch ist ja!
00:44:46: Und welches Album würdest du mitnehmen in den Urlaub oder auf die Insel, wenn du noch eines nehmen dürftest?
00:44:52: Wenn ich nur EINES nehmen dürfte... Oh, dann würde ich mal irgendeines von El Jaro mitnehmen.
00:44:58: Oder Bach oder Wander.
00:45:00: El Jero
00:45:07: Wenn wir schon jetzt hier in einem Podcast sitzen und du kannst sagen was du willst oder anbringen, was du willst.
00:45:12: Was wäre das dein vielleicht?
00:45:14: Was ich so wichtig finde weil ich das auch immer wieder mitbekomme bei meinen Kindern dass eine Differentierung gemacht wird zwischen den Naturwissenschaften und den Geisteswissenschaftn und also zu mir hat auch jemand einmal gesagt war es dass man dazu überhaupt Forschung betreiben kann.
00:45:31: Und das ist auf der einen Seite die Aufgabe, dass wir als Sprachendissenschaftlerinnen erklären warum das wichtig und bedeutsam ist.
00:45:38: Dass wir uns nicht freuen, das zu erklären.
00:45:40: Auf der anderen Seite dieses Erkennen – gerade bei minorisierten Sprachen können sich nicht selber retten oder revitalisieren.
00:45:49: Das geht nicht!
00:45:49: Da muss die Mehrheit Verantwortung dafür übernehmen Und Sprachen als Angelegenheit von uns allen, also darzustellen und zu erkennen.
00:45:59: Das ist mir schon ein wichtiges Anliegen ja?
00:46:01: Und der Sprache hat einfach was mit unserem Sein zu tun und auch damit wie wir miteinander umgehen.
00:46:07: Hiermit sei das nach draußen getragen, denn danke schön!
00:46:12: Gut, schauen wir ein bisschen noch in die Zukunft sowohl was deine Disziplin betrifft als auch deine persönliche Zukunft.
00:46:18: Also was würdest du sagen?
00:46:19: wohin entwickelt sich gerade die angewandte Sprachwissenschaft so in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
00:46:24: Was sind da die wichtigsten Trends oder Leitmotive, die da so erforscht werden oder anstehen?
00:46:30: also ich glaube diese Multimodalität dass wir eben nicht mehr mit Texten allein arbeiten sondern sehr viel mit Bildern und anderen Zeichen das ist eine ganz wichtige Entwicklung.
00:46:40: Und das Zweite ist die Künstliche Intelligenz.
00:46:43: Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass die künstlichen Intelligenzen auch in die Analyse eindringt und auch in den Auswahl der Quellen sehr viele mit künstlicher Intelligenzwissenschaft betreiben.
00:46:56: Also das ist etwas wo ich sehr zurückhaltend bin.
00:47:00: Ich bin extrem kritisch dem gegenüber sich Ideen von künstlerischer Intelligenze geben zu lassen obwohl passiert und auch nicht immer schlecht ist, aber ich würde niemals eine Forschungsidee mir aus der künstlichen Intelligenz holen.
00:47:13: Aber das ist wahrscheinlich auch das Alter ja.
00:47:15: also ich glaube wir müssen uns wirklich damit auseinandersetzen und diese Titierweisen.
00:47:21: und was geht weiter?
00:47:23: Was wird gelesen und wie kommt es wohin?
00:47:26: Und bei dir ganz konkret was sind so die nächsten Schritte und Planungen in den nächsten paar Monaten oder Jahren?
00:47:32: Wir starten jetzt ein neues Projekt.
00:47:33: Das ist dieses Doktoratsnetzwerk Multilava, wo vierzehn Doktorierende in Europa zur Digitalisierung und Mehrsprachigkeit in Europa arbeiten werden.
00:47:44: Und wir sind jetzt da in der Rekrutierungsphase.
00:47:46: Wir haben die Interviews.
00:47:48: So das wird jetzt ein Projekt für drei Jahre.
00:47:52: Ich hoffe, dass wir da auch schöne Ergebnisse haben.
00:47:55: Dann ist eben mein großer Wunsch das wir die Strategien, die wir entwickelt haben im Projekt Rise Up, dass wieder ein bisschen was umsetzen können.
00:48:03: ja es ist einfach so, dass unser Arbeitsbereich sehr klein ist und wenn wir sowas machen wollen brauchen wir Drittmittel.
00:48:10: also um das werden wir uns bemühen Wenn wir versuchen, unsere Forschungskooperationen.
00:48:16: Wir haben jetzt einen Fellow aus den Philippinen da.
00:48:18: der ist auch für drei Jahre da und das bereichert uns sehr.
00:48:21: also das auch sinnvoll zu fühlen.
00:48:24: Ja klingt gut und kann nur sagen viel Glück und Erfolg damit.
00:48:27: und danke für das interessante Gespräch!
00:48:29: Danke dir!
00:48:40: Wir haben gelernt Sprachen sind wertvoll gerade auch dann wenn sie nur von wenigen Menschen gesprochen werden.
00:48:46: Sie bewahren Wissen, Geschichten und kulturelle Traditionen die eng mit ihnen verbunden sind.
00:48:52: Ihr Verschwinden einfach hinzunehmen ist keine Option.
00:48:55: Damit Sprachen erhalten bleiben braucht es Menschen und Gemeinschaften die sich dafür einsetzen.
00:49:01: Bestehende gesetzliche Regelungen allein reichen dafür offenbar nicht aus.
00:49:06: Beim nächsten Mal erscheint dieser Podcast in jener Sprache die von den meisten Menschen auf der Erde gesprochen wird In Englisch yes indeed.
00:49:14: In dieser Spezialausgabe geht es dann um ein spannendes zeitgeschichtliches Thema, das uns nach Afrika führt und wo Decolonisierung und das beginnende Atomzeitalter aufeinandertreffen.
00:49:25: Ich freue mich schon darauf und hoffe ihr seid auch wieder dabei – bei an der Quelle oder vielleicht dann at the source?
00:49:32: Wer weiß!
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